Im Wochenblick-Spezialmagazin „Corona-Crash 2021“ nimmt der Bereich der Psychologie breiten Raum ein. Zu Recht, denn ohne das planmäßige Erzeugen und permanente Schüren von Ängsten hätten die Menschen von der vermeintlich so furchtbaren Corona-Pandemie nicht viel mitbekommen. Nachdem es – entgegen der Vorhersage von Kanzler Kurz – auch nach einem Jahr keine hunderttausend Coronatoten gibt und auch das Gesundheitssystem weiterhin nicht zusammenbricht, bemühen sich die Pandemie-Propagandisten um Zahlenmaterial, das ihre These vom alles dahinraffenden Killervirus – wenigstens ein bisschen – untermauert.

Eine Analyse von Christoph Seizer

So sind jede Menge Diagramme im Umlauf, die eine Übersterblichkeit von 11% in Österreich behaupten: der ORF meldete etwa am 14.1. ein Plus von 10,9%, was schlicht und einfach falsch ist. Tatsächlich sind 2020 knapp 5% mehr Menschen verstorben als man statistisch erwartet hätte. Was nun auf den ersten Blick auffällt, ist, dass in Österreich Jahr für Jahr immer mehr Menschen sterben. Das ist hinlänglich bekannt und auf zwei Effekte zurückzuführen. Zum einen wächst die Bevölkerung durch Zuwanderung stetig und bei insgesamt mehr Menschen sterben auch mehr. Zum anderen wird die Bevölkerung einfach älter und ältere Menschen haben eine höhere Sterbewahrscheinlichkeit als junge Menschen.
In der Grafik (rechts) werden diese Zahlen ersichtlich: Die einzelnen blauen Punkte stehen jeweils für die Anzahl der Gestorbenen in einem Kalenderjahr (Daten Statistik Austria). Die rote Linie ergibt den Durchschnitt der letzten Jahre. Die blau gepunktete Linie ist die Trendgerade, die angibt, wie viele Tote man statistisch ohne außergewöhnliche Effekte erwartet hätte. Für 2020 wären das etwa 86.200 Tote gewesen.

Ungleiche Datengrundlage

Tatsächlich waren es dann knapp 90.500 Tote, also 4.300 oder 4,99% mehr als erwartet. Das entspricht der Höhe des grünen Balkens rechts oben. Die 11% würden dem orangefarbenen Balken daneben entsprechen und das ist bewusst irreführend und falsch.
Bereits in der Oberstufe lernen Schüler, dass der Vergleich mit dem Durchschnitt der letzten Jahre nur dann anzuwenden ist, wenn die Datengrundlage gleich bleibt. Z.B. wenn das Gewicht eines Apfels 2020 mit dem Gewicht von Äpfeln in den Jahren davor verglichen wird.
Bei Zahlen, die in den letzten Jahren stetig angestiegen sind, wie eben die Anzahl der in Österreich gestorbenen Personen oder die Anzahl der in Österreich lebenden Menschen, muss mittels linearer Regression die Trendgerade verwendet werden. Das könnte man bereits im Mathematikunterricht an der Schule gelernt haben, spätestens in der ersten Statistikvorlesung sollte man es aber wissen, denn jeder Student würde bei der Prüfung krachend durchfallen, wenn er den Trend ignoriert und stattdessen einfach mit dem falschen Durchschnitt arbeitet.
Vergleicht man nun die 2020 gestorbenen ca. 90.500 Menschen mit dem Erwartungswert von 86.200, ergibt dies 4.300 mehr gestorbene Menschen als zu erwarten gewesen wären. Das sind 4,99% mehr als erwartet (grüner Balken rechts oben).

Zahlen nicht in Relation gesetzt

Statistisch falsch ist es, die 90.500 mit dem Durchschnitt der letzten Jahre zu vergleichen, was eben zu den 11% oder fast 10.000 zusätzlich Gestorbenen führen würde (orangefarbener Balken rechts oben). Da es dabei um statistisches Basiswissen geht, das jeder Student, der mit Zahlen hantieren muss, auf der Uni gelehrt bekommt, ist nicht anzunehmen, dass es sich hierbei einfach um einen Fehler handelt. Auch deswegen nicht, weil die Toten im Coronajahr ja keine Nebensache sind. Hier wird ganz bewusst versucht, durch die Anwendung einer für diesen Vergleich nicht tauglichen Methode aus real 4.300 zusätzlichen Toten 10.000 zu machen. So wird versucht, die Zahl der Coronatoten viel höher aussehen zu lassen als sie in Wahrheit sind. Die „Wiener Zeitung“ gibt am Ende eines entsprechenden Artikels vom 8.1. sogar zu, dass der Vergleich mit dem Durchschnitt keine „seriöse Analyse“ darstellt, titelt aber trotzdem „10 Prozent mehr Todesfälle durch Corona“.
Außerdem ist es statistisch immer wichtig, Zahlen in einen greifbaren Bezug zu setzten. Was bedeuten 5% mehr Tote als erwartet? Meine Heimatgemeinde hat rund 10.000 Einwohner. Bei einer Lebenserwartung in Österreich von etwa 82 Jahren, sterben pro Jahr 1,22% der Bevölkerung. Für meine Heimatgemeinde bedeutet das, 122 Menschen sterben statistisch pro Jahr. 5% mehr Tote bedeuten 6 Menschen mehr, die 2020 verstorben sind. Statt 122 Menschen starben 2020 in meiner Heimatgemeinde (wenn sie sich wie der Rest Österreichs verhält), 6 Menschen zusätzlich. Also: statt 122 Toten gab es 128 Tote.

Die größte Pandemie

Für die Familien dieser 6 zusätzlichen Toten ist das zweifelsohne schlimm und sie haben unser aller Mitgefühl. Doch 6 zusätzliche Tote bei einer mittelgroßen Stadt in Österreich? Nüchtern betrachtet ist von der größten Pandemie seit 100 Jahren erstaunlich wenig bei der Anzahl der Toten zu merken.

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