Von Israel über Südkorea bis nach China und in die USA, ergreifen Regierungen im Kampf gegen die Ausbreitung des Corona-Virus Maßnahmen, die eigentlich zur Bekämpfung von Terrorismus oder zur Spionage gedacht sind. Weil Krieg herrscht, rechtfertigen das manche Regierungschefs. Jetzt geht die Sorge um, ob Corona nur ein Vorwand ist, diese Technologien zu testen, um sie, nach Ende der Pandemie, stillschweigend weiterzuführen.

Ein Kommentar von Kornelia Kirchweger

China: Fieberthermometer meldet an Behörden

China hat in Windeseile ein engmaschiges Corona-Überwachungsnetz ausgerollt. Mit Kameras vor Eingangstüren zur Quarantäne-Überwachung. Drohnen fordern Bürger auf, Masken zu tragen. Mit GPS-Verfolgungs-Software und elektronischen Fieberthermometern, die bei abnormer Körpertemperatur Behörden informieren. Digitale Bar-Codes auf Smartphones teilen den Gesundheitsstatus mit. Apps, die mit ID oder Passnummern gefüttert werden, Reiserouten offen legen und Quarantäne-Anweisungen geben. In Kürze wird es sogar möglich sein, Menschen ohne Masken aufzuspüren.

Singapur: „Gemeinsam verfolgen“

In Singapur ist die Ortungs-App „TraceTogether“ im Einsatz. Sie funktioniert ähnlich, wie in Israel und Österreich. Sie nutzt Bluetooth Signale zwischen Mobiltelefonen, um zu sehen, ob mögliche Virenträger in Kontakt mit anderen waren. Singapur stellt die Software gratis anderen Entwicklern zur Verfügung. Ist jemand bereits an COVID-19 erkrankt ist, darf das Gesundheitsministerium auf App-Daten zugreifen, um stattgefundene Kontakte, etc. festzustellen.

Hong-Kong: elektronische Armband-Fessel

Zur Einhaltung und Überwachung der Quarantäne werden in Hong Kong elektronische Armbänder ausgegeben, die mit einer Smartphone-App verbunden sind, und Behörden bei Verstößen gegen die Vorschriften informieren. Hong Kong hat 60.000 solcher Armbänder zur Verfügung.

Südkorea: wohin bewegt sich die Krankheit

In Südkorea holt sich die Regierung Kreditkarten-Transaktionen, Ortungsdaten von Smartphones, CCTV-Kamera-Aufzeichnungen und sogar Unterhaltungen zwischen Personen, um bestätigte Corona-Fälle zu verfolgen. Herausgekommen ist dabei eine Landkarte, die Menschen sagt, ob sie sich in der Nähe eines Virenträgers befinden. Seit kurzem wird ein Tool eingesetzt, das Patienten fast in Echtzeit „verfolgt“, um zu sehen wohin sich die „Krankheit“ bewegt.

Indien: Tintenstempel auf die Hand

In Teilen von Indien wird Reisenden an Inlands-Flughäfen Tinten-Stempel auf die Hand gedrückt, der ihnen sagt, wie lange sie in Quarantäne müssen. Auch Handy-Daten und Daten von Flug- bzw. Zug-Reservierungen werden genutzt, um die Reisetätigkeit festzustellen und Quarantäne einzurahmen.

USA: Facebook und Google

Zur Eindämmung von Corona ist die Regierung in den USA im Gespräche mit Facebook, Google und anderen Tech-Konzernen zwecks möglicher Nutzung von Ortungs-Daten aus den Smartphones.