Tränengas, ein brennendes Polizeiauto und hunderte Chinesen, die „Mörder“ rufen. Vor einer Polizeistation Paris gab es tagelang heftige Ausschreitungen, weil ein Polizist einen Chinesen in seiner Wohnung grundlos erschossen haben soll. Der ORF schweigt zu den brisanten Bürgerkriegs-Szenen in der französischen Hauptstadt.

Wegen eines Familienstreits war die Polizei in Paris zur Wohnung einer chinesischen Familie gerufen worden. Der Vater, Shaoyo Liu, ging mit einer Schere in der Hand zur Türe. Nach Aussagen der Familie hatte er diese jedoch nur in der Hand, weil er gerade Fisch zubereitete. Die drei Polizisten brachen die Tür ein und erschossen ihn, da sie sich bedroht fühlten.

Proteste gegen angebliche Polizeiwillkür

Der Vorfall ereignete sich am 26. März. Zwei Tage danach begannen die heftigen Demonstrationen der Landsleute von Shaoyo Liu und rissen bis Mittwochabend nicht ab. Mehrere Dutzend Demonstranten wurden festgenommen. Drei Polizisten wurden verletzt.

Außenministerium in Peking eingeschaltet

Das Außenministerium in Peking hat sich bereits eingeschaltet. Nach deren Angaben wurde der Mann von einem Polizeibeamten in Zivil erschossen. In Peking sei ein Vertreter der französischen Botschaft einbestellt worden, sagte Außenamtssprecherin Hua Chunying. Frankreich wird aufgefordert, den Vorfall näher zu untersuchen.

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