Tumultartige Szenen entzündeten sich am Donnerstagabend vor einem Lokal im zehnten Wiener Gemeindebezirk Favoriten. 

Der migrantisch geprägte Stadtteil im Südosten der Hauptstadt kommt nicht aus den Schlagzeilen. Erst vor zwei Wochen gab es Zusammenrottungen und Krawallen zwischen türkischen Nationalisten sowie kurdischen und heimischen Linksextremisten. Nun erlebt das Grätzel schon wieder Gewalt zwischen dutzenden Beteiligten.

Streit begann in serbischer Partyszene

Nachdem wahrscheinlich ein Streit in einer Kneipe eskalierte, prügelten sich bis zu 30 Personen auf offener Straße im Kreuzungsbereich zwischen Favoritenstraße und Waldgasse. Damit sorgten sie beinahe eine Stunde lang für Verkehrsbehinderungen. Die Fehde begann, als ein 16-Jähriger, der als deutscher Staatsbürger benannt wird, in einem von Serben frequentierten Lokal seine Notdurft verrichten wollte. Ob der Jugendliche ebenfalls serbische Wurzeln besitzt, ist vorerst nicht bekannt.

Dort angelangt, geriet er mit einem 38-jährigen Serben in Streit – und wurde im Zuge der Auseinandersetzung verletzt. Diese Kränkung wollte dieser aber nicht auf sich sitzen lassen. Gemeinsam attackierte er im Gastgarten mit einem 15-jährigen Serben und einer unbekannten weiteren Person nun seinen Kontrahenten sowie dessen zwei Begleiter (36,48), ebenfalls beide Serben. Daraufhin eskalierte die Szene vollends und bis zu 30 Personen nahmen letztlich im Straßenplanum an der Massenschlägerei teil.

Mehrere Anzeigen und Verletzte

Der Streit fiel Streifenpolizisten auf. Schlussendlich war ein Großaufgebot vor Ort, darunter die Stadtpolizeikommanden Favoriten und Meidling, die Bereitschaftseinheit und die Hundestaffel um eine weitere Eskalation zu verhindern. Die Rettung musste mehrere Menschen verarzten, drei Personen benötigten eine Behandlung im Spital.

Bislang wurden die fünf namentlich bekannten Namen angezeigt, weitere Teilnehmer werden noch ermittelt. Die Polizei legte laut oe24 einen Wert auf die Feststellung, dass es sich um einen „klassischen Raufhandel“ handle, welche mit den jüngsten Ausschreitungen nichts zu tun habe. Der genaue Auslöser für den Streit ist noch unklar.