WHO

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat erneut eine 180 Grad Wende in ihren Empfehlungen hingelegt. Bisher empfahl die WHO das Tragen des Mundschutzes nur für Kranke und Pflegepersonal. Letzten Freitag ließ sie verlautbaren, dass sie das Tragen einfacher Masken an Orten, an denen das Abstand halten nicht möglich ist, empfiehlt.
In öffentlichen Verkehrsmitteln, beim Einkaufen und in engen und überfüllten Gegenden sollten nunmehr auch entsprechend der WHO-Vorgaben Masken getragen werden. Dazu sollten die Regierungen entsprechend der Empfehlungen der WHO ermutigen. Gleichzeitig warnt sie aber davor, dass die Masken ein falsches Sicherheitsgefühl vermitteln könnten und das Ansteckungsrisiko erhöhen.

Maske: Nährboden für Bakterien und Pilze

Wenn es nach der WHO geht, sollen die Masken dreilagig sein, bestehend aus je einer Schicht Baumwolle, Kunststoff und Polyester. Sie sollen nur an der Halterung angefasst werden und mindestens einmal täglich bei 60 Grad oder in einer Chlorlösung gewaschen werden.
Zuvor war die Haltung der Weltgesundheitsorganisation, dass ein Mund-Nasen-Schutz nur für Kranke und Menschen, die Kranke pflegten, sinnvoll sei. Für den Massengebrauch sprach sie hingegen keine Empfehlung aus. Jetzt erklärt WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus: „Überall dort, wo es zu Übertragungen in der Öffentlichkeit kommen kann, raten wir Menschen über 60 Jahren oder Menschen mit Vorerkrankungen zudem, eine medizinische Maske zu tragen“.
Experten wie der Bonner Virologe Hendrik Streeck warnen davor, dass die Masken ein idealer Nährboden für Bakterien und Pilze seien.

Ständige Widersprüche

Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie verfing sich die internationale Organisation des öfteren in groben Widersprüchen und sah sich zum Teil auch gezwungen, Empfehlungen zu widerrufen.
So riet die WHO von der Einnahme von Ibuprofen ab und empfahl stattdessen Paracetamol. Diese Warnung nahm sie wenige Tage später wieder zurück, nachdem sie Ärzte und Studien konsultierte. Erst dadurch habe sich für die WHO herausgestellt, dass es über die bekannten Nebenwirkungen bei bestimmten Bevölkerungsgruppen hinaus keine Hinweise auf negative Wechselwirkungen bei der Einnahme von Ibuprofen für Corona-Infizierte gebe.

WHO bald bedeutungslos?

Australien, Japan und die USA kritisierten die WHO bereits heftig. Sie habe die Welt viel zu spät vor dem Ausmaß der Krise gewarnt. Außerdem sei die Organisation China-hörig. US-Präsident Donald Trump kündigte deswegen den Ausstieg der USA aus der WHO an und ließ sämtliche Zahlungen einfrieren. Die USA waren der wichtigste Partner mit den höchsten Beitragszahlungen. Zuletzt drohte auch noch Brasilien mit dem Austritt. Durch die zunehmende Kritik und mögliche weitere Austritte droht der Weltgesundheitsorganisation zunehmend der Bedeutungsverlust.