Weiß der Wiener Szene-Gastronom Martin Ho, der als enger Freund von Bundeskanzler Kurz gilt, wieder mehr? Soll der Lockdown bis Mitte April dauern? Auf Screenshots in sozialen Medien sieht man, dass ab dem 13. April Reservierungen angenommen werden, ein Datum an dem auch der Ramadan beginnt. Wir sind der Sache nachgegangen und fanden zumindest ein theoretisches Angebot ab 14. April. Ho verfügte schon mehrfach vorab über interne Informationen der Bundesregierung und sorgte damit für Skandale, die aber nie zu Konsequenzen führten. [Ergänzung: Die DOTS Group hat am 14.1. eine Pressemeldung zum Thema verfasst, welche wir am Ende des Artikels anfügen.]

Vorab, Martin Ho ist vermutlich kein enger Freund unseres Mediums, was an der Tatsache liegt, dass wir im Laufe des vergangenen Jahres sehr intensiv über ihn berichteten. Anlassfall war eine von anderen Medien so bezeichnete „Drogen-Party“ in seinem Lokal sowie Veranstaltungen während der angeordneten Lockdowns.

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Im Juni wusste Ho offenbar aus Regierungskreisen früher als alle anderen Österreicher darüber Bescheid, dass es zu einer Senkung der Mehrwertsteuer kommen würde – und setzte dies in seinen Lokalen vor Inkrafttreten der entsprechenden Gesetze um. Immer wieder soll es zu Veranstaltungen und Partys in seinen Betrieben gekommen sein, ohne dass man sich um Corona-Verordnungen kümmerte, zuletzt auch zu Silvester.  Im Gegensatz zu einer Wirtin in Linz, die aus wirtschaftlichen Gründen ihren Betrieb für einen Tag aufsperrte, muss Ho sich offenbar weder vor dem Verhungern noch vor dem Abführen durch die Polizei oder gar einer Betriebsschließung fürchten.

Ab 13. oder 14. April geöffnet?

Zum aktuellen Sachverhalt haben wir eine Anfrage an sein Restaurant geschickt, doch die online verfügbaren Informationen sprechen eine klare Sprache. Über die Buchungsplattform „bookatable“ waren gestern in seinem „Dots Establishment“ Lokal in Wien ab dem 13. April Tische zu reservieren. Mittlerweile wird der 14. April angeboten, allerdings informiert „bookatable“ darüber, dass es kein Tische gäbe, „welche der Suche entsprechen“. Ein technischer Fehler? Wir haben andere Restaurants in Wien überprüft, wo sich das Buchungssystem völlig anders verhält. Wenn, dann tritt ein solcher „Fehler“ sehr spezifisch für das Datum und das Lokal auf.

Ramadan beginnt am 12. April

Ebenso wäre ein schlechter Scherz denkbar. Denn der Ramadan beginnt in diesem Jahr am Abend des 12. April, der 13. April wäre somit der erste vollständige Tag im Ramadan. Viele Österreicher „scherzten“ im Internet bereits, dass der Lockdown spätestens mit dem Beginn des moslemischen Ramadan ein Ende haben würde, da man die moslemischen Mitbürger wohl nur schwer dazu bewegen könne, ihre Gepflogenheiten für eine behauptete Pandemie aufzugeben. Dass Ho sein Lokal nur ausgerechnet an diesem Tag öffnen solle, könnte also auch ein Sabotageakt eines Unbekannten oder ein Scherz mit bescheidenem Humorgehalt sein – oder doch nicht?

Presseaussendung der DOTS-Gruppe

Die Dots Gruppe von Martin Ho hat am 14. Jänner um 12:13 eine Pressemeldung zum Thema veröffentlicht, die wir in Folge ungekürzt widergeben:

Bookatable verantwortet Reservierungsprobleme in der DOTS Group

Entgegen unrecherchierter Boulevardartikel liegt die Buchbarkeit in Betrieben der DOTS Group ausschließlich im Verantwortungsbereich des technischen Dienstleisters.

Wien (OTS/LCG) – Betriebe der DOTS Group haben bei ihrem Softwaredienstleister Bookatable die Reservierungsfunktion aufgrund des Lockdowns zur Eindämmung der Covid-19-Verbreitung präventiv auf unbestimmte Zeit sistiert. Durch einen Softwarefehler des Dienstleisters sind Buchungen in einzelnen Betrieben ab 13. April 2021 möglich. Dieser Fehler liegt ausschließlich im Einflussbereich des technischen Dienstleisters und wurde durch die DOTS Group mehrfach beanstandet. Bookatable hat trotz mehrfacher Urgenz bis heute keine Behebung veranlasst, weswegen sich die DOTS Group rechtliche Schritte zur Geltendmachung sämtlicher Folgeschäden vorbehält. Laut telefonischer Auskunft von Bookatable ist die Sistierung nur für drei Monate möglich, weswegen sich fehlerhafte Buchungsmöglichkeiten ergeben. Von dieser Problematik des Softwareanbieters sind offensichtlich auch andere Gastronomieanbieter betroffen. Die Unternehmensgruppe hält ausdrücklich fest, dass die Öffnung der Betriebe nach gesetzlichen Vorgaben und wirtschaftlicher Plausibilität erfolgen wird.