Das undurchschaubare Corona-Verordnungschaos der Bundesregierung hat nun auch Berufsverbrecher dazu motiviert, mit dem Thema abzukassieren. Diese haben den „Verwandten-Trick“ für ihre Zwecke angepasst, mit dem man vor allem die Gutgläubigkeit und Hilfsbereitschaft älterer Mitbürger ausnutzt. Mittlerweile sind Fälle aus Wien und Linz bekannt.

Am 21. Oktober wurde die Polizei zur Wohnung einer 70-jährigen Frau in der Linzer Innenstadt beordert, die einen versuchten Telefon-Betrug zur Anzeige brachte. Die Dame erhielt von einer unterdrückten Rufnummer aus einen Anruf. Ein angeblicher Arzt des AKH Linz aus dem „COVID-Bau“ forderte in unwirschem Tonfall Geld. Ihre Tochter würde sich im Krankenhaus aufhalten und dringend 6.000 Euro für eine Corona-Impfung benötigen, die extra aus Oxford besorgt werden müsse. Die Seniorin, die sich im AKH gut auskennt, stellte gezielte Fragen, die der Anrufer nicht beantworten konnte. Ebenso versuchte man ihr eine völlig unbekannte Person als ihre Tochter unterzujubeln. Sie durchschaute den Schwindel und rief die Polizei.

Falsche Polizisten in Wien

Auch Wien treiben seit einiger Zeit falsche Polizisten ihr Unwesen, die im Zuge des Corona-Maßnahmendschungels versuchen kräftig Kasse zu machen (Wochenblick berichtete). Die Täter geben sich bei diesem Modus am Telefon als Polizisten aus und sagen den Opfern, dass ein Angehöriger an COVID-19 erkrankt sei. Die Betrüger fordern von den Opfern in Folge Bargeld, das entweder für eine Behandlung oder eine Heilung der Krankheit benötigt werde. An einem am Telefon genannten Übergabeort wird von den Betrügern schließlich das Bargeld übernommen. Ob die angezeigten Betrugsfälle letztendlich zu einer konkreten Schädigung von Menschen führten oder schon vorher aufflogen, ist dem Polizeibericht nicht zu entnehmen.

Polizei rät zur Vorsicht

Im Oktober wurden in Wien bereits zwei solcher Fälle angezeigt. Die Dunkelziffer könnte beträchtlich höher sein. Die Polizei rät zu folgenden Präventionsmaßnahmen:

  • Die Polizei nimmt niemals Geld oder Wertgegenstände entgegen.
    • Beenden Sie verdächtige Telefonate und wählen Sie 133.
    • Nennen Sie keine Details zu familiären oder finanziellen Verhältnissen.
    • Sprechen Sie mit Ihren Angehörigen und informieren Sie ihr Umfeld über die Betrugsmasche des „falschen Polizisten“.