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Hakan Gördü, der Ex-Vizechef der Erdogan-nahen „Union europäisch-türkischer Demokraten“ (UETD), bereitet einen neuen Start für eine Migranten-Partei in Wien vor. Die breite Migranten-Liste soll sich „gegen Fremdenfeindlichkeit und Sündenbockpolitik“ einsetzen. Bereits bei der Wien-Wahl 2015 saß er im Team der Liste „Gemeinsam für Wien“ (GFW). Damals bekam die Liste in drei Bezirken je ein Mandat, verpasste aber den Einzug in den Landtag. Die neue Liste soll laut Gördü „nicht muslimisch“ sein, ein Name dafür steht aber noch aus.

Im Österreichischen Nationalrat haben sieben von 183 Abgeordneten einen Migrationshintergrund, in Wien sechs Landtagsabgeordnete. Saya Ahmed als Bezirksvorsteherin und Mireille Ngosso als Bezirksvorsteher-Stellvertreterin weist die SPÖ vor.

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Organisator von Erdogan-Besuchen in Wien

„Dasbiber“, ein Wiener Magazin für die „neuen Österreicher“, hat mit dem Titel „Aufstand der Migranten“ einen Artikel veröffentlicht, der die Entwicklungen zwischen den Migranten und der Politik in Wien darlegt.

Hakan Gördü fordert, dass man Migranten mehr Gehör in der Politik verschafft. Bisher war Gördü Vizechef der „Union Europäisch-Türkischer Demokraten“, die als verlängerter Arm der türkischen Regierungspartei AKP in Europa gelten. Die Vereinigung organisierte 2014 in der Wiener Albert-Schulz-Halle den Besuch des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan.

„Selfie“ mit Erdogan

Offiziell beteuert Gördü, keine türkische Politik in Österreich thematisieren zu wollen. Auf seinem Blog präsentierte er jedoch noch vor drei Monaten ein „Selfie“ mit Erdogan. „Özil steht zu seinem Foto mit Erdogan und meint er würde es nochmals machen, berichtet der Spiegel. Daher poste ich mal ebenfalls ein Foto mit Erdogan, das ich 2016 bereits gemacht hatte und möchte ein paar Gedanken dazu verfassen“ schreibt Gördü dazu.

„Wir werden zu null Prozent vertreten“

Gegenüber dem Wiener Magazin „dasbiber“ äußert sich der politische Aktivist folgendermaßen: „Die Türken in Wien haben in den letzten Jahren dazugelernt, die Politik aus dem ehemaligen Heimatland nicht hierher zu importieren. 800.000 Muslime leben in diesem Land. Zehn Prozent dieser Bevölkerung sind wir, aber wir werden zu null Prozent vertreten.“