Am Samstag verhaftete die Polizei am Bahnhof Meidling eine 40-jährige Rumänin, die andere Fahrgäste bespuckte. Sie behauptete, am Coronavirus erkrankt zu sein. Etwas später machte ein 48-jähriger Pole in der U-Bahn Währingerstraße dasselbe. In beiden Fällen mussten Sicherheitskräfte in Schutzanzügen einschreiten.

Wochenblick liegen auch Insiderberichte vor, dass es sich bei den beiden Fällen vom Samstag nicht um die ersten „Scherze“ dieser Art gehandelt hat. Bereits Anfang der Woche musste die Wiener Polizei in Schutzanzügen anrücken, weil eine Person in der U6 um sich gespuckt hatte.

Beide „Spucker“ auf Infektion getestet

Laut Medienberichten wurde an der Rumänin im Krankenhaus ein Test vorgenommen, danach verblieb sie in Haft. Bei dem Polen glaubten die Polizisten nicht an die Corona-Story und zeigten ihn auf freiem Fuß an. Getestet wurde er im Sinne der Bevölkerung dennoch. Das Ergebnis der Tests dürfte noch nicht vorliegen, wurde jedenfalls bislang nicht veröffentlicht.

Im EU-Ausland hohe Strafandrohungen

In Österreich wurde von der Staatsanwaltschaft noch nicht bekannt gegeben, welche Anklage im Falle einer absichtlichen Infektion anderer mit dem Coronavirus zu erwarten ist. In manchen europäischen Ländern spricht man dabei von versuchtem Mord (Italien) oder fordert 15 Jahre Haft (Rumänien). Für den „Scherz“ andere anzuspucken und eine Corona-Infektion zu behaupten gab es jüngst in den Niederlanden relativ milde 10 Wochen Haft.