Auch am Donnerstag kam es zu gewalttätigen Szenen zwischen Türken und Kurden in Wien-Favoriten. Auf der Seite der Kurden brachten sich Extremisten der so genannten Antifa ins Geschehen ein. Als sich Kurden und Antifa im kommunistischen Ernst-Kirchweger-Haus (EKH) verbarrikadierten, wurde dieses von hunderten Angreifern mit Wurfgeschossen attackiert und belagert. Dabei wurde auch ein Balkon in Brand gesetzt. Letztendlich musste die von den Linksextremen gehasste und bekämpfte Polizei die Antifa in Sicherheit geleiten.

Bereits am Mittwoch war es im Rahmen einer Kurden-Demonstration zu Gewalthandlungen gekommen. Nach Darstellung der Haltungsmedien wäre diese Kundgebung von „türkischen Grauen Wölfen“ attackiert worden. Die genannte Gruppierung ist Erdogan treu ergeben und bekämpft im Prinzip alles und jeden außerhalb einer konservativen türkisch-islamischen Linie. Die Mainstreampresse möchte aus dem Konflikt einen Kampf von „Links gegen Rechts“ fabrizieren. Tatsächlich dürfte es sich um einen weiteren aus dem Ausland importierten Konflikt handeln, der nun auf österreichischem Boden ausgetragen wird.

Graue Wölfe: Türkisch-Islamistische Nationalisten

Der Gruß der „Grauen Wölfe“ – ein spezielles Handzeichen – gilt in Österreich mittlerweile als verboten. Damit zeigt die Gruppierung untereinander Zugehörigkeit, nach außen hin wird damit eingeschüchtert. Bei dem Gruß wird mit der Hand ein „Wolfskopf“ geformt, wobei zwei erhobene Finger für den Islam und die Türken stehen sollen. Die restlichen Finger sollen den Anspruch des türkischen Islam auf den Rest der Welt ausdrücken. Als hauptsächliche Feinbilder der türkischen Nationalisten gelten Kurden, Juden, Christen, Armenier, Griechen, Kommunisten, Freimaurer, die EU, der Vatikan und die Vereinigten Staaten.

Linke und Kurden seit Jahrzehnten verbunden

Dem gegenüber haben sich in Österreich schon seit Jahrzehnten linke und linksextreme Gruppen mit den Anliegen der kurdischen Arbeiterpartei PKK solidarisiert. Diese gilt in auch in der EU als Terrororganisation. Das erklärt auch die Nähe zwischen gewaltbereiten linksextremen Gruppen wie der Antifa und kommunistischen Kurdengruppen in Wien. Was genau der Auslöser für die aktuellen Spannungen ist, wurde noch nicht bekannt. Jedenfalls traten die beiden verfeindeten Lager nun schon an zwei Tagen gegeneinander an. Am Donnerstag führte dies zu einer Belagerung und einem Angriff auf das Ernst-Kirchweger-Haus. Dieses wurde um 1990 von Anarchisten besetzt. Inzwischen ist die Besetzung in einen legalen Status überführt worden. In das Haus sind etliche linksextreme und kommunistische Gruppen eingemietet, es gibt zahlreiche Projekte und Vereine die teilweise auch von der öffentlichen Hand gefördert werden.

Seit Jahren Konfliktherd

Ein erster Angriff türkischer Nationalisten auf das EKH ist vom 30. Juli 2016 bekannt, als Türken das Gelände stürmten, eine Veranstaltung störten und ein Feuer legten. Die Ausschreitungen seit dem 25. Juni sind die bisherige Spitze des schwelenden Konfliktes. Der Angriff auf das EKH soll gegen 22:00 Uhr begonnen haben. Innerhalb kürzester Zeit schrien die sonst extrem gegen die Polizei hetzenden Linksradikalen voller Angst und Panik in Twitterbotschaften um Hilfe durch die Staatsmacht. Diese traf in großer Mannzahl ein und schützte erst einmal die Feuerwehr bei den Löscharbeiten an der Fassade des Gebäudes. Gegen 23:00 Uhr kündigten die Linksextremen an, vor dem EKH eine „Spontandemo“ zu veranstalten. Tatsächlich aber wurden sie von starken Polizeikräften aus dem Gelände in Richtung U-Bahn eskortiert, wie man in unserem Video sehen kann. Es gelang dabei, die verfeindeten Konfliktparteien strikt voneinander zu trennen.