Ob nun von den Pop-Up-Radwegen oder schwulen Ampelpärchen – Die Wiener sind von der teuren, rot-grünen Symbolpolitik einiges gewöhnt. Die Umbenennung der Mohrengasse stößt trotzdem auf 83% Ablehnung.

Im Zuge der Black Lives Matter – Debatte, die auch in Form von Demonstrationen und Denkmalstürzen von den USA nach Europa übergeschwappt ist, ließen die Ideen zum österreichischen, politisch korrekten Umgang mit schwarzen Menschen seitens der radikalen Linken nicht lange auf sich warten.

Sklaverei oder Kaffeehaustradition?

In Wien fielen einer linken Initiative dabei die beiden Mohrengassen im zweiten Gemeindebezirk, der Leopoldstadt, auf. Sie sollen ihrer Meinung nach umbenannt werden.
Auch die schwarze Bezirksrätin Mireille Ngosso (SPÖ) nahm Stellung: „Es ist ein Begriff für einen unterwürfigen afrikanischen Diener, der versklavt wurde“. Dementgegen FPÖ-Landtagsabgeordnete Wolfgang Seidl sieht im Straßennahmen einen wesentlichen Teil der Wiener Kultur: „Die Mohrengassen tragen ihren Namen seit über 170 Jahren und erinnern wohl an Kaffeehäuser, die dort einst betrieben wurden“

Nicht einmal die Grünen wollen Umbenennung

Jetzt veröffentlichte OGM eine repräsentative Umfrage. Sie ergab, dass eine eventuelle Umbenennung der Mohrengasse auf breite Ablehnung und zwar über sämtliche Parteigrenzen hinweg, stößt.
Lediglich unter jungen Grün-Wählern fand die Idee etwas mehr Zustimmung: 24%.
Dennoch sprachen sich selbst unter den Grünen 74% gegen das Umtaufen der beiden Mohrengassen aus.

Teure Symbolpolitik

Die Umbenennung von Straßen stellt nicht nur einen wesentlichen Einschnitt in die Kulturgeschichte dar, sondern ist auch mit enormen Kosten und Erschwernissen verbunden. Der Wechsel der Anschriften erfordert ebenso von der Allgemeinheit wie auch von Privatpersonen einen enormen Aufwand für das Umschreiben von Dokumenten, Visitenkarten, Grundbüchern, Post und Bankverbindungen.
Die letzte Umbenennung betraf in Wien den Karl-Lueger-Ring, nachdem eine Debatte über den Antisemitismus des ÖVP-Vordenkers aufflammte. Er wurde in Universitätsring umbenannt.