Am 20. Jänner gestand nun auch die WHO ein: Die PCR-Tests sind kein zuverlässiges Instrument, um eine Corona-Infektion nachzuweisen. Doch außer der WHO und der österreichischen Bundesregierung, die nach wie vor mit den nichtssagenden Testzahlen argumentiert, war das vielen längst klar. So auch der Wienerin Katarina Markovic. Sie erlebte ein regelrechtes PCR-Test-Drama, das ihr letztlich sogar den Geburtstag ruinieren sollte. 

Von Bernadette Conrads

Seit September 2020 berichtete der Wochenblick darüber, dass PCR-Tests keine Zuverlässigkeit in der Ermittlung einer Corona-Infektion bieten. Zahlreiche Experten wie zum Beispiel der renommierte Infektionsepidemiologe Sucharit Bhakdi, der auch auf der Großdemo am 31. Jänner in Wien sprechen wird, warnten vor der falschen Anwendung.

PCR-Tests wurden für Wienerin zum Horror

Für die Wienerin Katarina Markovic (27) wurde die falsche Anwendung der Tests im vergangenen Dezember zu einem regelrechten Horror. Die Mutter von zwei Kindern (4 Jahre, 8 Monate) wurde insgesamt sechs Mal getestet! Und war dabei abwechselnd positiv und negativ. Markovic‘ Großmutter Zivana (69) leidet unter Asthma und ist durch eine Chemotherapie immunsupprimiert. Trotzdem kümmert sie sich herzlich um ihre Enkerl, wie uns Katarina Markovic berichtete.

Oma ließ sich testen

Und so begann Markovic‘ PCR-Test-Horror: Als sich die Oma krank fühlte, ließ sie sich aufgrund ihrer Vorerkrankungen umgehend am 8. Dezember mittels PCR auf das Corona-Virus testen. Der Test war positiv. Nachdem Oma Zivana außerhalb der Familie keine Sozialkontakte hatte, war Katarina Markovic alarmiert. Die Familie hatte darauf geachtet, für die Oma einkaufen zu gehen, damit sie sich nicht mit dem Corona-Virus infiziert. Für Markovic schien damals klar: Ihre Großmutter konnte das Virus nur von einem Familienmitglied bekommen haben.

Katarina Markovic mit Oma Zivana und ihren Kindern:

Also ließ sich auch Katarina Markovic am 9. Dezember gemeinsam mit dem Rest der Familie testen, indem sie die Corona-Hotline 1450 wählte. Doch die Tests ergaben: ihre Mutter, ihr Vater, ihr Schwager, ihre Schwester, ihre Kinder und auch Katarina selbst – alle waren negativ.

Woher konnte Oma das Virus haben?

Woher konnte Oma Zivana also das Virus haben? Diese Frage ließ Katarina Markovic einfach keine Ruhe. Also entschied sie sich dazu, ihre Großmutter, ihre Kinder und sich selbst erneut testen zu lassen. Im Zuge eines weiteren Tests am 11. Dezember war es nun so weit: Katarina war positiv. Die beiden Kinder: negativ. Die Oma: auch sie war plötzlich negativ!

Begann an Aussagekraft zu zweifeln

Verkehrte Welt: Plötzlich war die Großmutter negativ und sie selbst positiv. Alles wurde verdammt kompliziert. Dabei wollte Markovic doch nur wissen, wer die Oma angesteckt hat! Sie begann an der Aussagekraft der PCR-Tests zu zweifeln. Und zu allem Überdruss musste Frau Markovic nun in Quarantäne – und das obwohl doch ihr 27. Geburtstag bevorstand!

Quarantäne trotz Negativ-Test

Also wählte sie wieder die 1450. Wieder führte sie einen Test durch. Dieses Mal wurden Katarina Markovic und die Oma negativ auf das Corona-Virus getestet. Doch immer noch bestand der aufrechte Quarantänebescheid! Beim Gesundheitsamt konnte niemand Frau Markovic so recht sagen, ob sie denn noch in Quarantäne verbleiben müsse oder nicht.

„Verwechseln Testergebnisse“

Die resolute junge Frau erkundigte sich also bei 1450. Sie wollte wissen, wie eine derartige Ungenauigkeit bei Tests überhaupt zustande kommen könne. Dort soll man ihr erklärt haben: „Wir verwechseln schon mal Testergebnisse, aber eigentlich kann nicht viel passieren, die Tests sind sehr sicher!“, wie uns Markovic empört berichtete.

Stadt Wien: „PCR-Tests per se hochspezifisch“

Am 12. Dezember erkundigte sich Katarina Markovic auch beim Gesundheitsamt. Dort beharrte man darauf, dass Frau Markovic in Quarantäne verbleiben müsse. In einer E-Mail an das Gesundheitsamt führt sie an, dass es aus ihrer Sicht gegen ihre Grundrechte verstoße, wenn sie trotz negativem Test zehn Tage in Quarantäne verbleiben müsse. In der Antwort erklärt das Gesundheitsamt der Stadt Wien (MA15), dass es sich bei den PCR-Tests „per se im Gegensatz zum sog. Schnelltest“ um einen „hochspezifischen Test“ handle.

Doch das Amt bleibt dabei und erklärt ihr, dass der Quarantäne-Bescheid aufrecht sei:

Unsanft aus dem Schlaf gerissen

Am 18. Dezember – an ihrem Geburtstag! – wird Katarina Markovic unsanft aus dem Schlaf gerissen. Es trommelt an der Tür: „Quarantäne-Kontrolle!“. Markovic ärgert sich heute noch darüber. Ihr Geburtstag sei für sie durch all diese Scherereien total ruiniert gewesen. Denn obwohl sie längst negativ auf das Corona-Virus getestet wurde, erwartete die Stadt Wien von ihr, in Quarantäne zu verbleiben.

Gemeinsam mit ihrer Familie wies Frau Markovic die Unwirksamkeit der PCR-Tests damit im Dezember – geradezu empirisch – nach. Sie wusste bereits vor der WHO: „Die PCR-Tests sind ja der volle Blödsinn!“