Am Freitagnachmittag musste die Polizei einen Einsatz in Linz fahren, nachdem mehrere Bürger besorgt meldeten, dass sie Schüsse gehört hatten. Diese kamen offenbar von einem Hochzeits-Korso, der sich über die Wiener Straße bewegte. Bei der Anhaltung – diese geschah einige Zeit später in der Dinghoferstraße – wurden Schreckschuss-Pistolen festgestellt.

  • Dinghoferstraße war eine halbe Stunde lang gesperrt
  • Durchsuchung der Autos förderte mehrere Schreckschuss-Pistolen zutage – Waffenverbot!
  • Regelmäßige Einsätze wegen Schüssen bei Migranten-Hochzeiten

Der Einsatz hatte auch Einfluss auf die Infrastruktur. Denn die Dinghoferstraße musste mehr als eine halbe Stunde lang gesperrt werden. Die Teilnehmer des Hochzeitskorsos beteuerten, keine Schusswaffen bei sich zu führen. Eine Durchsuchung der Autos führte dann aber drei Schreckschuss-Pistolen zutage. Diese verschießen zwar keine scharfe Munition, sorgen aber trotzdem für einen gehörigen Knall. Die Polizei sprach ein vorläufiges Waffenverbot gegen die Beteiligten aus.

Regelmäßige Einsätze wegen Hochzeits-Schüssen

Der Vorfall ist kein Einzelfall. Immer wieder kommt es gerade bei Balkan-Hochzeiten oder türkischen Hochzeiten zu solchen Szenen. Schüsse in die Luft, um die Vermählung des Brautpaares zu feiern, sind dort keine Seltenheit. Weil solche Wild-West-Szenen die hiesige Bevölkerung oft in Unruhe versetzen, folgen häufig Polizei-Einsätze. So etwa im Juli bei einer türkischen Hochzeit in Reutte in Tirol. Auch damals war die „Tatwaffe“ eine Schreckschusspistole.

Eine Woche später sorgten Luftschüsse in Ottensheim nahe Linz für Aufregung. Der Schütze gab in der Folge als Motiv an, sich über eine Hochzeit in der Umgebung zu freuen. Dass derartige Aktionen auch gefährlich sein können zeigte sich im August in Berlin. Dort feuerte ein Mann (37) mit einer scharfen Kalaschnikow AK-47 aus einem Hochzeitskorso und verletzte einen Passanten. 

Herkunft unbekannt – Brauchtum unwahrscheinlich

Welche Herkunft die Personen beim jüngsten Vorfall in Linz haben, ist nicht bekannt. Prinzipiell finden Hochzeitsschießen nicht nur bei Hochzeiten von Migranten statt. Gerade in ländlichen Gegenden in Salzburg und Oberösterreich ist es Brauch, mit Prangerstutzen mehrere Salutsalven abzufeuern. Dass es sich um ein solches Brauchtum handelt, dürfte aber eher ausgeschlossen sein. Denn solche Vorgänge sind genehmigungspflichtig. Die Brauchtumsvereine melden diese in der Regel auch vorab behördlich an.