Helle Aufregung in der beschaulichen Marktgemeinde Wildon: Dort sind plötzlich fünfzehn Migranten untergebracht – auch die Gemeindepolitik wusste davon offenbar im Vorfeld nichts!

Und plötzlich waren sie da: fünfzehn Asylwerber kamen am Montag im 5.000-Einwohner-Ort in der Südsteiermark an – laut Kleiner Zeitung mit Taxis! Dabei soll es sich um 15 Personen syrischer Herkunft handeln, die aus einer Erstaufnahmstelle in Kärnten in den Bezirk Leibnitz verfrachtet wurden. Die Bevölkerung sorgt sich nun darum, dass diese eine Infektion mit dem Coronavirus mitbringen könnten…

Bevölkerung und Politik im Ort unzufrieden

Aber auch die Gemeindepolitik hat keine Freude mit der plötzlichen Unterbringung. Dort war man ebenso überrascht, wie Bürgermeister Helmut Walch (SPÖ) herausstellt. „Normalerweise meldet sich das Land in solchen Fällen vorab bei uns. Diesmal hat niemand etwas gesagt. Es kann doch nicht sein, dass in der derzeitigen Situation Asylwerber kreuz und quer durch die Gegend geschickt werden und wir als Gemeinde nicht einmal etwas davon wissen,“ so der Sozialdemokrat sauer.

Auf Facebook versucht die Gemeinde – die SPÖ regiert dort gemeinsam mit der FPÖ und einer Bürgerliste – aufgebrachte Bürger zu besänftigen. Selber sei man leider „nicht allmächtig“, für die Unterbringung zeichne das Innenministerium verantwortlich. Die steirische Landesregierung beteure unterdessen, dass die Migranten sich nur „auf der Durchreise“ befänden. Man tue dennoch „alles Mögliche“, um die Situation aufzulösen.

Marktgemeinde kontaktiert Bezirkshauptmannschaft

Unklar ist unterdessen der Gesundheitsstatus der Neuankömmlinge, die in einem alten Gasthaus mitten im Ort am Hauptplatz einquartiert sind. Wie die Gemeinde auf Facebook erklärt, hätten diese laut Landesregierung einen Krankheitscheck durchlaufen. Die dafür zuständige „Gesundheitsstraße“ wollen oder können die Verantwortlichen aber nicht nennen.

Man wendet sich deshalb an die Bezirkshauptmannschaft. Dort bringt man „große Ängst in Bezug auf Covid-19-Verdacht“ vonseiten der Bevölkerung ins Spiel. Die Behörden in Bund und Land brächten keinen glaubhaften Nachweis dafür, dass keine Infektionen vorhanden seien. Die Verunsicherung der Bevölkerung sei „unverantwortlich in einer angespannten Situation“.

Wildon fordert Quarantäne für Asylanten

Deshalb will man entweder den Unterkunftgeber oder die Behörden dazu bringen, die frisch angekommenen Asylanten unter Quarantäne zu stellen. Gerade beim Bereitsteller des Quartiers appelliert man an die Vernunft und an seine Aufgaben. Denn: „Wer kassiert, hat auch Pflichten für seine ‚Schützlinge zu übernehmen, so der Konsens.“