Durch die gelbliche Scheibe der Linzer Straßenbahn sah ich letzte Woche einen jungen Mann, der unweit eines dieser neuen Linzer „Drogen-Hotspots“ ein Verkehrszeichen ableckte und per Hüftschwung sogar noch mehr Interesse an dem Einbahnschild signalisierte.

Rene Rabeders Punktlandung

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Dass diese Szene ein Sinnbild für die gesamte Drogenproblematik war, wurde mir erst Tage später bewusst als ich mich an seine tellergroßen Pupillen und die vielen Dealer zurückerinnerte, die ich auf der weiteren Fahrt noch bei ihren ganz offensichtlich ausgeübten Geschäften beobachtete.

Wir müssen versuchen uns eine Heimat zu schaffen

Das Linzer Drogen-Thema scheint eine einzige Einbahnstraße in eine Sackgasse zu sein. Manche tänzeln rundherum, andere fahren einfach vorbei, aber einen Weg heraus hat noch niemand gefunden. Die Linzer Polizei übt sich in Donquichotterie und führt einen tapfereren Kampf gegen Windmühlen. Da eine Drogen-Bande aus Afghanistan ausgehoben, dort ein türkischer Pensionist, der acht Kilogramm Heroin nach Österreich brachte, verhaftet.

All diese Erfolge werden an der „Liebe“des jungen Mannes zu seinem Einbahnstraßenschild nichts ändern. Er wird sich für jeden verhafteten Dealer einfach einen neuen suchen. Wir müssen versuchen uns eine Heimat zu schaffen, in der die Menschen keine Angst vor der Realität mehr leiden. Wir müssen Alternativen zu Drogen finden.

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