Wir pfeifen auf die Presseförderung!
Bild: Pixabay, Bildkomposition "Wochenblick"

Ein Kommentar von Chefredakteur Kurt Guggenbichler:

Unglaublich! – Wohin soll das noch führen? – Die Aufregung bei den so genannten Qualitätszeitungen ist groß, weil Medienminister Thomas Drozda angekündigt hat, künftig auch den Gratismedien, die nicht notgedrungen keine Qualitätszeitungen sein müssen, eine Presseförderung zuteilwerden zu lassen.

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Schließlich gebe es auch dort anständige Journalisten, sagt Drozda.

Bravo, Herr Minister! Doch um solche Tatsachen schert sich die sogenannte Qualitätspresse nicht. Vielmehr geifert sie, dass dann auch rechte Print- oder Internet-Zeitungen um Unterstützung ansuchen könnten und atemlos verweist sie auf „unzensuriert“ und „Wochenblick“. Der Form halber wird noch hinzugefügt, dass natürlich auch sehr linke Medien in den Genuss der Presseförderung kommen könnten, was von der sogenannten Qualitätspresse offenbar als weniger problematisch angesehen wird. Abgesehen davon werden die meisten linken Verlautbarungsorgane, die a la „Prawda“ für sich in Anspruch nehmen, die Wahrheit gepachtet zu haben, ohnehin schon längst von Staats wegen unterstützt.

Mir ist schon klar, dass die Herrschaften der Verschweigungs- und Verharmlosungspresse Angst um ihre Pfründe und ihre Deutungshoheit haben, doch ich kann sie beruhigen: Der „Wochenblick“ will gar keine Unterstützung aus dem Staatssäckel. Vielmehr setzen wir uns für eine ersatzlose Streichung der Presseförderung ein, weil nicht einzusehen ist, dass Medien für ihre unkritische Berichterstattung auch noch Geld vom Staat bekommen sollen. Darüber hinaus plädieren wir noch für ein Rundfunk-Volksbegehren, weil es hoch an der Zeit ist, den ORF zu entpolitisieren.

PS: Weil die neue „Presseförderung“ auch an die Mitgliedschaft im einschlägigen „Presserat“ gekoppelt sein soll, biedern sich die ersten „unabhängigen Medien“ bereits ungeniert an! So hat die Zeitung „Österreich“ heute angekündigt, sich ab 1. März dem „Presserat“ zu unterwerfen.

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