macron frankreich

Im Netz sorgt der französische Präsident bei seinen Landsleuten jetzt für Entsetzen. Zum wiederholten Mal hatte Emmanuel Macron französische Arbeiter und Arbeitslose beleidigt. Jetzt hagelt es Kritik von links und rechts: er verachte alle Franzosen aus prekären Verhältnissen.

Ein Beitrag von Kornelia Kirchweger

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Bei einem Besuch in einer Berufsschule sagte der frühere Wirtschaftsminister: Arbeiter sollten weniger auf die Barrikaden gehen, streiken und Fabriken blockieren, sondern sich lieber einen neuen Job suchen, wenn ihr Betrieb schließt.

„Faulenzer, Zyniker, Radikale“

Davor sagte Macron, er werde bei seinen Reformvorhaben (Aufweichung der Arbeitsrechte) keinen Zentimeter gegenüber „Faulenzern, Zynikern und Radikalen“ nachgeben.

Anlässlich der Einweihung eines Start-Up-Zentrums sprach er über „Bahnhöfe, wo sich erfolgreiche Menschen und Menschen, die nichts sind, über den Weg laufen“.

Franzosen haben ihn gewählt

Als Wirtschaftsminister hatte Macron offen über „die vielen Analphabeten“ in der Belegschaft eines Schlachthofes gesprochen. Zu einem protestierenden Mann im T-Shirt, auf der Straße, sagte er: „Der beste Weg, sich einen Anzug kaufen zu können, ist arbeiten zu gehen“.

Die Kontroverse, die Macron damit auslöste, rechtfertigte der Präsidenten-Sprecher so: Statt einer vagen Floskelsprache, spreche dieser eben lieber die Wahrheit aus. Im Mai diesen Jahres wählten 66,1 Prozent der Franzosen Emmanuel Macron zu ihrem neuen Präsidenten.