Spannende Forderung der „Grünen Jugend“ auf Facebook: Dort fordern sie eine Abschaffung der für sie „unnötigen Pflichtfächer“ wie Mathematik. Pikant: Weil die Junggrünen für ihre Forderung mit einem Bild eines afrikanischen Mädchens werben, hagelt es heftige Kritik.

„Lang genug mit Mathe gequält?“ fragt die „Grüne Jugend“ auf Facebook. „Es ist Zeit, endlich die Stärken der Schüler*innen zu fördern und die unnötigen Pflichtfächer nicht weiter zu verpflichten!“ Zitat. Die Folge: Ein mega Shitstorm im Netz!

Nutzer: „Löscht euch!“

Man könnte meinen, dass eine solche Forderung bei Schülern auf lustige Zustimmung stoßen könnte. Doch nichts da: Die grünen Jungpolitiker werden im Netz heftig kritisiert. Ein erzürnter Kommentator empfiehlt ihnen gar, sich komplett von Facebook zu löschen.

Ernstes Problem: Afrikanische Analphabeten

Viele Grün-Fans finden die Verwendung eines afrikanischen Mädchens mit Rastazöpfen für diesen Slogan schlicht rassistisch: „Können AfrikanerInnen wohl kein Mathe? Schämt euch ‚Grüne Jugend’!“

Und es sind viele aus der Anhängerschaft der Grünen Jugend, denen solche Assoziationen nicht gefallen. Dabei sprechen sie ein wirklich ernstes Thema an: In vielen Regionen Afrikas sind mehr als 70 Prozent der Menschen Analphabeten. Können nicht lesen, schreiben, rechnen. Ob dies nun für die Grün-Hoffnungsträger vorbildlich ist oder es sich schlicht um eine unglückliche Bildauswahl handelt, ist indes unklar.

Spott über „grüne Intelligenz“

Ein Kommentar setzt sich auch sachlich mit der radikalen Forderung auseinander:

„Das Abitur bzw. Matura soll ja auch eine gewisse Vergleichbarkeit schaffen und das ist nur möglich, wenn jeder die gleichen Prüfungen schreibt. Darüber hinaus gehören Mathematik, Deutsch und eine Fremdsprache nun mal zum grundlegenden Repertoire, von dem jeder zumindest mehr oder weniger mal gehört haben sollte. Und es ist ja auch die allgemeine Hochschulreife, die unterstellt, dass man auf allen Gebieten zumindest über grundlegende Kompetenzen verfügt. Für die Grün*innen mit ihren abgebrochenen Studiengängen der Theaterwissenschaft ist das natürlich nicht relevant.“

Mit Bildungsminister abgesprochen?

Nicht erfreut dürfte über solche Forderungen der Koalitionspartner ÖVP sein: Bildungsminister Heinz Faßmann hat so schon alle Hände voll zu tun, die erschwerte Corona-Schulsituation in den Griff zu bekommen. Da dürften solche Grün-Forderungen für die Koalitionsharmonie nicht gerade dienlich sein.

Ob das grüne Vorpreschen mit der Grün-Bildungssprecherin im Nationalrat, Sibylle Hamann, abgesprochen ist, ist unklar, scheint aber naheliegend. Fest steht: Die Grüne Jugend möchte das Thema provokant thematisieren. Das dürfte im ersten Schritt gelungen sein.