cairo montenotte
Die Statue wurde von den Muslimen verhüllt – aus zeremoniellen Gründen, wie es heißt.

Es klingt unfassbar: Anlässlich einer Islam-Konferenz in Italien wurde die halbnackte Marmorstatue des größten griechischen Staatsmannes von Theben und legendärem Feldherr, Epaminondas, bedeckt.

Ein Bericht von Kornelia Kirchweger

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Muslime: Statue harmonierte nicht mit Umfeld

Dies geschah, obwohl die Geschlechtsteile der Statue ohnehin von einem in den Stein gemeißelten Tuch verborgen wurden. Patriotische Politiker kritisierten diese Maßnahme der Organisatoren als „übereifrige Kulturzensur“.

Die Skulptur von Epaminondas, der 400 Jahre v.Chr. lebte, steht in einem Theater in der Stadt Cairo Montenotte in Ligurien. Anlässlich einer Wochenend-Konferenz der „Islamischen Konföderationen von Italien und Ligurien“ wurde die Marmorstatue mit einem roten Satintuch verhüllt.
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Interreligiöser Dialog

Schwerpunkt des Treffens war der interreligiöse Dialog, dieser sollte alle Teilnehmer zusammenbringen. Die Organisatoren bestritten, dass diese Aktion einen religiösen Hintergrund habe. Das sei nur aus zeremoniellen Gründen erfolgt, und auch nur für einige Stunden, sagte Chams Eddine Lahcen, Leiter der Islamischen Föderation von Ligurien. Die Statue habe nicht mit dem Umfeld der Konferenz harmoniert.

Konservative wütend

Konservative italienische Politiker kritisierten diese Maßnahme heftig. Italien gehe zu weit, „um den Einwanderungsgemeinschaften gefällig zu sein“.

Für Aufsehen bei iranischen Gästen in Rom sorgten auch die mächtigen Pferde-Genitalien einer antiken Reiterstatue. Die Italiener reagierten unterwürfig.

Rechtsparteien kritisieren Unterwerfung

„Bin ich der Einzige, der das für einen Wahnsinn hält“, ärgerte sich Matteo Salvini, Parteichef der rechten Lega Nord, der sich seit Wochen um eine Regierungsbildung in Italien bemüht, nachdem die letzte Wahl keinen klaren Sieger hervorbrachte.

Laura Comi, Parlamentarierin der Mitte-Rechts-Partei „Forza Italia“, forderte: „Wir sollten stolz auf unser kulturelles Erbe sein. Zensur ist nicht akzeptabel“.

Ähnlicher Verhüllungs-Kniefall

Schon vor zwei Jahren war Rom Schauplatz einer ähnlichen Aktion. Anlässlich des Besuchs von Irans Staatspräsident Hassan Rouhani in den Kapitolinischen Museen wurden die Statuen nackter, römischer Göttinnen, die den Weg Rouhanis säumten, in Holzpaneele eingekleidet.

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Pferde-Genitalien verstörten Iraner

In diesen Museen sind Roms umfangreichste Sammlungen klassischer Kunst. Rouhanis Begleiter vermieden es damals auch tunlichst, dass Photos des Präsidenten in der Nähe der riesigen Pferdestatue mit dem römischen Kaiser Marc Aurel, gemacht wurden.

Wie Medien später berichteten, widerstrebten den Iranern die großen Genitalien des Pferdes. Auch damals kritisierte Politiker und Kommentatoren die Verhüllungsaktion. „Es ist beschämend, wie Italien sich den Iranern unterwirft“, sagte damals Daniele Capezzone von der „Forza Italia“.

Sein Parteikollege Luca Squeri legte noch nach: „Respekt vor anderen Kulturen bedeutet nicht, die eigene zu verleugnen. Das ist nicht Respekt, sondern Unterwerfung“.