Der Kontrollamtsbericht für das „Design Center Linz“ war vernichtend. Die Lage sei geradezu existenzbedrohend, so das Ergebnis. Nicht nur die Einnahmeausfälle von 2,7 Millionen Euro, die durch Corona bedingt sind, müssen verkraftet und vom Steuerzahler ausgegelichen werden.

Ganze 52 Seiten umfasst der Kontrollamtsbericht zum „Design Center Linz“ – und er hat es in sich. Der Beirat, der 2017 den Aufsichtsrat ersetzte, als das „Design Center“ der Holding eingegliedert wurde, war oftmals nicht beschlussfähig, weil zu wenige Mitglieder anwesend waren. Zudem deckte der Bericht Mängel in den Bereichen Controlling und Kostenrechnung auf.

Freunderlwirtschaft?

Aber auch beim Sponsoring gab es laut den Prüfern Ungereimtheiten, die zum Teil ein kostendeckendes Wirtschaften verhinderten. Denn um Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Euro zu sponsern, hätte es eigentlich eines Beschlusses des Beirates bedurft – diese Regel wurde jedoch so gut wie nie befolgt. Allein 2018 wurden rund 150.000 Euro Unterstützung für Veranstaltungen gewährt.

Davon erhielt die „Miss Austria Cooperation“ mit 59.253 Euro die höchste Einzelsubvention im Zeitraum von 2016 bis 2019, fast das Dreifache des Betrags, mit dem die Klangwolke unterstützt wurde. Es gibt keine nachvollziehbare Begründung, warum diese privatwirtschaftliche Veranstaltung sowohl in ihrem Zweck als auch in ihrer exorbitanten Höhe durch die öffentliche Hand finanziell zu unterstützen gewesen wäre.

„Enge private Verflechtung“

Im Kontrollamtsbericht heißt es dazu: „Zwischen der damaligen zweiten Prokuristin der DCB (Anm.: Design Center Betriebsgesellschaft) und dem Veranstalter der Miss-Austria-Wahl bestand zu dieser Zeit bereits eine enge private Verflechtung.“

Die Prokuristin war zeitgleich einzelzeichnungsberechtigte Prokuristin des „Design Centers“ und Mitveranstalterin der vom „Design Center“ gesponserten Veranstaltung „Miss Austria Wahl 2018“, die auch im „Design Center“ stattgefunden hatte.

Zuwendungen ohne Zustimmung

Ein weiterer Punkt, den das Kontrollamt kritisiert, ist dem Umstand geschuldet, dass die Linzer Veranstaltungsgesellschaft m.b.H. (LIVA) als größte Empfängerin von Sponsoringleistungen des „Design Centers“ aufscheint. Kritisch sieht das Kontrollamt vor allem den Umstand, dass ein Geschäftsführer eines Unternehmens (Design Center) an ein Unternehmen (LIVA), das er ebenfalls führt, ohne Zustimmung des Beirats Zuwendungen leistet.

Alles bleibt beim Alten

Damit werden die Finanzlage und der Finanzbedarf beider Unternehmen verändert. Der betreffende Geschäftsführer Thomas Ziegler übernahm 2015 neben seiner Tätigkeit als Geschäftsführer des „Design Centers“ auch selbigen Posten bei der LIVA. Schon im Vorfeld hatte damals seine Besetzung für politischen Unmut gesorgt. Ende August 2020 lief sein Vertrag bei der LIVA aus, Chef des „Design Centers“ soll er jedoch bleiben – der Beirat sprach ihm sein Vertrauen aus.