Eine französische Demonstrantin hinterfragt die Maßnahmen anhand der COVID-Toten.

Dashboards mit Covid-19-Sterbefällen sind seit März 2020 zu einem festen Bestandteil der Fernsehnachrichten geworden. Zwar ist die tägliche Meldung von Sterbefällen an einer Krankheit ebenso beispiellos wie schädlich für die seelische Gesundheit, doch Trends in der Mortalität geben möglicherweise als einzige einen akkuraten Aufschluss über die tatsächlichen Auswirkungen der SARS-CoV-2-Viruspandemie. Zahlen zu sogenannten „Fällen“ und sogar Krankenhauseinweisungen sind stark von der Testhäufigkeit abhängig und die am häufigsten verwendeten Tests sind für eine Diagnose von COVID-19 ungeeignet (sie können lediglich das Vorhandensein von Virus-RNA nachweisen, sei diese aktiv oder nicht). Doch auch Sterblichkeitsstatistiken sind extrem unsicher – selbst die WHO erklärt, dass zahlreiche Faktoren zu „einem beträchtlichen Mangel an Vergleichbarkeit zwischen einzelnen Ländern“ führen. Die Feststellung der richtigen Todesursache ist weitaus schwieriger, als gemeinhin angenommen wird – ganz besonders bei COVID-19.

von Todd Kenyon PhD CFA, PANDA 

  • Anstieg der Sterblichkeit durch COVID lässt sich nicht wirklich feststellen
  • Kollateralschäden als Todesursache dafür umso häufiger
  • Schwierigkeit: Totenscheine ungenau
  • Unterscheidung zwischen COVID-Symptomen und anderen Atemwegserkrankungen schwierig
  • Wenig Aussagekraft: PCR-Test legt Todesursache fest
  • PCR kann Viren auch lange nach Erkrankung ermitteln
  • WHO fasst Definition von COVID-Tod sehr weit
  • „COVID-Tote“: durchschnittlich 2,9 Vorerkrankungen
  • Geimpfte, COVID-positive Tote werden von CDC mit Vermerk „unbekannt“ bedacht
  • Wirtschaftliches Interesse? Höhere Vergütungen COVID-Patienten für Krankenhäuser

Von manchen Seiten wird behauptet, es würden zu wenige Sterbefälle als COVID-Tote gezählt. In Industrieländern bleiben wenige Todesfälle gleich welcher Ursache unerfasst. Wir können also davon ausgehen, dass die Gesamtzahl an Sterbefällen nahezu korrekt ist. Folglich geht es mehr um die Zuordnung der Todesursache – was war diese und wurde sie korrekt festgestellt? Neuere Artikel, die behaupten, es würden zu wenige der tatsächlichen COVID-19-Sterbefälle als solche gemeldet, zeigen nicht wirklich eine gestiegene Sterblichkeit auf, die auf COVID-19 zurückzuführen wäre. Tatsächlich zeigen sie Kollateralschäden oder „Nebenwirkungen“ von Lockdowns; Angst und Isolation führen zu einer beträchtlichen Sterblichkeit infolge anderer Todesursachen. Im folgenden werden deutliche Hinweise darauf dargestellt, dass die Zahl gemeldeter COVID-19-Sterbefälle signifikant zu hoch ist und von den Medien übertrieben wird.

Die Feststellung der Todesursache – ein schwieriger Prozess

Selbst in normalen Zeiten ist die Feststellung einer Todesursache eine unsichere Angelegenheit. Es gibt das Bonnmot, „die Verwendung eines Totenscheins für alles andere als zur Kündigung eines Bankkontos“ sei ein „Bärendienst an der Gesellschaft“. Der ehemalige Sachbearbeiter für Sterbeurkunden Joy Fritz  stellt fest:

  • Totenscheine mit dem Vermerk einer natürlichen (also nicht-traumatisch bedingten) Todesursache seien in 20-60 Prozent der Fälle ungenau, wie Publikationen in Zeitschriften mit Peer-Review gezeigt haben. Sie seien per Definitionem medizinische Gutachten, keine Tatsachenfeststellungen. (Studie)(Studie)(Studie)
  • Sterbefälle bei alten Menschen (in Großbritannien etwa beträgt das Medianalter der COVID-19-Toten über 80 Jahre) werden oft anhand verschriebener Medikamente oder des Leidens codiert, auf Grund dessen oder mit dem sie in einer Einrichtung aufgenommen wurden. Der Tod wird oft einer „generischen“ Ursache wie Herzerkrankung zugeschrieben.
  • Es gibt starke bürokratische Gründe, beim Ausfüllen eines Totenscheines „keinen Ärger zu machen“. Alles Ungewöhnliche und jede Unsicherheit kann lange Verzögerungen oder gar die Bestellung eines Leichenbeschauers nach sich ziehen, was den Abschied von einem geliebten Menschen noch schwieriger machen kann.

Die Pandemie hat die Unsicherheit bei der Feststellung zusätzlich erhöht, was zum Teil mit der schwierigen Abgrenzung von COVID-19-Symptomen von anderen häufigen Atemwegserkrankungen zu tun hat. In einer Studie heißt es, „die Symptome sind denen einer Influenza oder einer Erkältung ähnlich“, während eine andere feststellt, „weder das Fehlen noch das Vorhandensein von Anzeichen oder Symptomen“ seien „hinreichend, um eine Erkrankung auszuschließen oder zu belegen“. Das heißt aber nicht, dass COVID-19-Tote fälschlich der Influenza zugeschrieben wurden, weil diese auf der ganzen Welt praktisch verschwunden ist, nachdem SARS-CoV-2 ins Rollen gekommen war. So wurde tendenziell jeder Tod infolge eines Atemwegsleidens mit dem Etikett COVID-19 versehen. Die US Centers for Disease Control and Prevention (CDC) haben eine große Spannweite von Schätzungen zur Mortalität infolge von Grippe/Lungenentzündung abgegeben, die um den Faktor 3 schwanken. Folglich sind selbst bei einer so geläufigen Krankheit  Mortalitätsschätzungen lediglich sehr grobe Schätzungen. Bei COVID-19 hieß die Lösung pausenloses allgemeines Testen, um der Pandemie auf der Spur zu bleiben, doch auch das war ein mit massiven Fehlern behaftetes Vorgehen.

Der PCR-Test bestimmt die Todesursache

Die ungeeignete Krücke, PCR-Tests (anstelle einer klinischen Untersuchung) als diagnostisches Mittel zur Feststellung einer Infektion zu nutzen, ist ein wichtiger Grund für die  fehlerhafte Datenerfassung während der Pandemie. Bis Mitte August 2020 wurde in Großbritannien jede verstorbene Person, die irgendwann einmal positiv getestet worden war, als COVID-19-Sterbefall erfasst. Auch ohne einen positiven Test, konnte COVID-19 als Todesursache angegeben werden. Das britische Office of National Statistics erklärte im März 2020:

Die Statistik „wird auf Grund der Eintragung von COVID-19 auf Totenscheinen geführt. Sie wird auch Verdachtsfälle auf COVID-19 enthalten, bei denen eine Person nicht positiv auf COVID-19 getestet wurde.“

Im August wurden die Bedingungen dahingehend geändert, dass jeder positive Test 28 Tage vor dem Sterbedatum maßgeblich war, doch das Office of National Statistics hielt an 60 Tagen fest. Es sei daran erinnert, dass ein positiver Test in keiner Weise anzeigt, dass ein Patient an (der von SARS-CoV-2 verursachten Krankheit) COVID-19 erkrankt ist. Virusreste können noch Wochen oder gar Monate nach einer Infektion vorhanden und der Grund für ein positives Testergebnis sein. Selbst dann, wenn eine Person nie mit SARS-CoV-2 infiziert war, kann ein PCR-Test aus verschiedensten Gründen ein positives Ergebnis haben. Eine Person mit keinen oder milden Symptomen kann positiv getestet worden sein, doch es wäre schlicht unsinnig einen später eingetretenen Tod auf COVID-19 zurückzuführen. Ein positiver Test, vier Wochen bevor ein betagter Patient mit Krebs im Endstadium verstirbt, ist keine Grundlage, dessen Tod COVID-19 zuzuschreiben.

Die weitgefasste WHO-Definition von COVID-Sterbefällen

Auch die Richtlinien der WHO machen es ziemlich einfach, COVID-19 als Todesursache festzustellen:

„Ein Sterbefall infolge von COVID-19 ist aus Erfassungsgründen als Tod definiert, der infolge eines klinisch vereinbaren Leidens bei einem wahrscheinlichen oder bestätigten Fall von COVID-19 eingetreten ist, sofern keine eindeutige andere (z.B. traumatische) Ursache vorliegt, die nicht mit der COVID-Krankheit in Zusammenhang gebracht werden kann. Zwischen Krankheit und Tod sollte keine Phase vollständiger Gesundung von COVID-19 liegen. Ein Tod infolge von COVID-19 darf nicht auf eine andere Erkrankung (z.B. Krebs) zurückgeführt werden.“

Man beachte hier, dass nur alternative Todesursachen, die nicht mit COVID-19 in Verbindung gebracht werden können (eine sehr kurze Liste), COVID definitiv ausschließen. Ein Patient, der an Krebs im Endstadium leidet und innerhalb von 28 oder mehr Tagen nach einem positiven Test oder mit im weitesten Sinne COVID-ähnlichen Symptomen stirbt, würde als COVID-, nicht als Krebsopfer gelten. Es ist also eher schwierig, Todesfälle nicht auf COVID-19 zurückzuführen, wenn die Richtlinien so weitgefasst sind, dass sie einen positiven Test Wochen vor dem Tod ohne wirklichen Infektionsnachweis, irgendwie verdächtige Symptome ohne Bestätigung durch einen Test und einen Todeseintritt, der in keinem direkten Zusammenhang mit COVID-19 steht, beinhalten.

Es sei daran erinnert, dass das Medianalter der COVID-19 zugeschriebenen Todesfälle über 80 Jahren liegt und dass die in den USA Verstorbenen an durchschnittlich 2,9 Vorerkrankungen litten. Geschwächte betagte Menschen leiden (und sterben) oft an einer oder mehreren Atemwegserkrankungen, die auf diesen Vorerkrankungen aufsitzen; es ist also ersichtlich, dass nahezu jeder Tod eines alten Menschen unter diesen Umständen mit COVID-19 in Verbindung gebracht werden kann.

Sterbefallstatistiken mussten nach unten korrigiert werden

Einige Beispiele zeigen, was bei einer Nachprüfung von Totenscheinen geschehen kann. Der Alameda County in Kalifornien strich 25% seiner zuvor erfassten COVID-19-Sterbefälle aus der Statistik, weil diese „eindeutig nicht“ durch COVID-19 verursacht waren. Und bei diesen handelte es sich nur um die allzu offensichtlichen Sterbefälle (z.B. mit traumatischer Ursache). Der anfänglich in diesem County gebrauchte Standard lautete „jeder, der COVID-19-positiv verstirbt.“ Und das ist wahrscheinlich sogar sinnvoller als Regelungen, in denen mitunter beim Todeszeitpunkt mehrere Monate zurückliegende Tests mitgezählt werden. Unter den verbleibenden 75% befanden sich immer noch Sterbefälle, bei denen „COVID nicht ausgeschlossen werden konnte“, aber keine klinischen Belege vorlagen, dass die Person an COVID-19 gestorben war. In einem anderen County in Kalifornien wurde ähnliches aufgedeckt. Der US-Bundesstaat Massachusetts überprüfte unlängst die Todesfälle in dortigen Altenpflegeheimen mit dem Ergebnis, dass die gemeldete Zahl an Sterbefällen „an“ COVID-19 um 39% kleiner wurde.

Zwei Regionen in Schweden (wo jeder Fall mit einem positiven Test bis zu 30 Tage vor dem Todeszeitpunkt als COVID-Toter gilt) überprüften ihre Totenscheine und stellten fest, dass nur aus 15-17% ein eindeutiger Zusammenhang mit COVID hervorging, wogegen bei 8-15% überhaupt kein Zusammenhang ersichtlich war. Bei den verbliebenen 70-75% war COVID ein „beitragender Faktor“, doch alle Patienten waren kränklich oder geschwächt und im Mittel 86-88 Jahre alt gewesen. Ein neueres Gerichtsurteil in Portugal befand, dass lediglich 0,9% der „COVID-19-Todesfälle verifiziert“ waren. Der Beweis hierfür muss zwar noch von dritter Seite erbracht werden, die Implikationen sind aber klar. Insgesamt sind die Standards für die Feststellung einer Todesursache in den USA in den einzelnen Bundesstaaten sehr unterschiedlich, ebenso wie in einzelnen Nationalstaaten.

Doppelte Standards

Unlängst haben Mitteilungen von Wissenschaftlern der amerikanischen CDC die Schwierigkeit einer korrekten Feststellung von COVID-19-Sterbefällen bestätigt. Bei der Erfassung von COVID-19-Todesfällen infolge von „Impfdurchbrüchen“, übergehen die CDC alle geimpften Patienten, deren Test zwar positiv war, die aber eindeutig nicht an COVID-19 gestorben sind; wie z.B. Patienten mit Verletzungen oder Entbindungskomplikationen (also der WHO-Richtlinie entsprechend). Unter den verbleibenden geimpften Patienten, die mit einem positiven Test gestorben sind, übergehen die CDC außerdem solche ohne Symptome, da „sie als asymptomatische wahrscheinlich nicht hospitalisiert“ worden wären. Diese Einschränkung entspricht dem gesunden Menschenverstand, unterblieb aber bislang auf der ganzen Welt bei der Erfassung von COVID-Fällen, -Hospitalisierungen und -Sterbefällen. Die übrigen trotz Impfung mit einem positiven Test verstorbenen Patienten versehen die CDC mit dem Vermerk „unbekannt“; ihre Begründung: es sei „sehr schwierig, den Zusammenhang zwischen einer SARS-CoV-2-Infektion und den Gründen für die Hospitalisierung oder den Tod einer Person zu bestimmen.“ Man stelle sich vor, so wäre bei allen Hospitalisierungen und Sterbefällen im vergangenen Jahr verfahren worden – die Zahlen wären bedeutend niedriger.

Es kommt hinzu, dass es zwar auf der einen Seite starke Motive gibt, bei der Angabe der Todesursache auf einem Totenschein bürokratischen Aufwand zu vermeiden, aber gleichzeitig in einigen Ländern höchst wirksame Anreize gegeben werden, COVID-19 als die primäre Todesursache anzugeben. In den USA erhielten Krankenhäuser von Medicare (dem landesweiten Krankenversicherungssystem für Alte und Behinderte) erheblich höhere Vergütungen für die Behandlung von COVID-19-Patienten – nämlich das Zwei- bis Dreifache der Sätze, die für typische Atemwegserkrankungen bezahlt werden. Es wird zwar selten behauptet, Ärzte würden das System bewusst ausnützen. Doch es bleibt, dass dieses Anreize für die Angabe von COVID-19 setzt, die sich – wenn keine Fragen gestellt werden – in den Totenscheinen niederschlagen. Außerdem gewährt die amerikanische Federal Emergency Management Agency eine Unterstützung von 9.000 Dollar für Familien von Verstorbenen, bei denen COVID-19 als Todesursache angegeben ist; damit werden Familien potentiell zum Schweigen gebracht, die sonst auf den Gedanken kommen könnten, die Todesursache sei nicht COVID gewesen.

Übersterblichkeit – nicht nur COVID

Es dürfte deutlich geworden sein, dass die Bestimmung von Todesfällen als durch COVID-19 verursacht eine verwickelte Angelegenheit voller Fehlanreize ist. Ein Gegenmittel könnte sein, sich die „Übersterblichkeit“ anzusehen, also zu fragen, um wieviel Menschen mehr gestorben sind, als normalerweise zu erwarten gewesen wäre. Allerdings können wir nicht einfach davon ausgehen, dass alle zusätzlichen Todesfälle im Jahr 2020 auf COVID-19 zurückzuführen sind. Lockdowns, Isolation und generalisierte Angst in der Bevölkerung haben sicher zum Tod aus Verzweiflung, Selbstmorden, infolge von unterbliebener medizinischer Behandlung/Vorsorgeuntersuchung und Drogen- bzw. Medikamentenmissbrauch geführt, um nur einige wenige Faktoren zu nennen. Für die USA z.B. haben die CDC gezeigt, dass es im Jahr 2020 zu Tausenden von zusätzlichen Toten infolge von Herzinfarkten und anderen „Kreislauferkrankungen“ gekommen ist. Auch wenn bei manchen von diesen COVID-19 eine zusätzliche Komplikation gewesen sein kann, ist doch zu sehen, dass während der epidemischen Höhepunkte Anrufe bei Notrufzentralen und Besuche von Notfallaufnahmen beträchtlich zurückgingen. Es ist also zu vermuten, dass viele dieser Verstorbenen aus Angst eine Behandlung ihrer Infarkt- oder Schlaganfallsymptome vermieden haben. Demenz war im Jahr 2020 ein anderer „Killer“ mit Tausenden von Sterbefällen mehr als in anderen Jahren – wahrscheinlich als Folge von Vernachlässigung und Isolation.

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Daten aus den USA, Quelle: CDC

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In Großbritannien ging in den Wintermonaten 2020/21 die auf COVID zurückgeführte Übersterblichkeit mit einer Untersterblichkeit infolge anderer Todesursachen einher. Das ist ein deutlicher Hinweis, dass Todesfälle infolge anderer Ursachen fälschlich COVID zugeschrieben wurden.

Die Übersterblichkeit im Jahr 2020 wird noch durch einen anderen Umstand verzerrt: viele Regionen haben innerhalb eines Kalenderjahrs zwei komplette „Grippesaisons“ (als SARS-CoV-2-Saisons) durchgemacht. Normalerweise gibt es in den nördlichen Klimaregionen bei Atemwegsviren einen Höhepunkt in den ersten Monaten eines Jahres – ein Muster, das jedes Jahr wiederkehrt. Doch bei SARS-CoV-2 waren in vielen Regionen (zumindest annähernd) zwei Höhepunkte innerhalb eines Kalenderjahres zu beobachten, was möglicherweise auf den späten Beginn der Pandemie zurückzuführen ist, aber von der normalen Saisonalität von Coronaviren abweicht.

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Daten aus den USA. Quelle: CDC, Interpretation: Todd Kenyon

Verlorene Lebensjahre (Years of Life Lost)

Unabhängig von der exakten Mortalität, wird die Infektionssterblichkeit (Infection Fatality Rate, IFR) von COVID-19 mittlerweile auf ungefähr 0.15% geschätzt, was der gewöhnlichen Grippe entspricht, die noch nie die drakonischen Maßnahmen ausgelöst hat, die bei COVID-19 losgetreten wurden. Auch wenn jeder Tod tragisch ist, kommt hinzu, dass der Verlust eines Kindes einen größeren Verlust an Lebensjahren bedeutet, als der eines Menschen, der am Ende seines Lebens steht. Glücklicherweise verschont COVID-19 die jungen Menschen. Wir werden am Ende erst dann ein vollständiges Bild bekommen, wenn in künftigen Saisons „Vorzieheffekte“ infolge der Verminderung der besonders vulnerablen Teile der Bevölkerung im Jahr 2020 als verminderte Mortalität zum Tragen kommen.

Wissenschaftler sollten sich, wie sonst auch, bemühen, Pandemiedaten korrekt zu erfassen und zu analysieren, ganz gleich ob diese ihre Lieblingshypothesen bestätigen oder nicht. Es gibt wenig Hinweise darauf, dass Sterbefälle infolge von COVID-19 in Industrieländern fälschlich anderen Ursachen zugeschrieben wurden. Bedenkt man die laxen Standards für die Erfassung von Todesursachen, die ungeeigneten Tests und die Anreize, Sterbefälle COVID-19 zuzuschreiben, ist auch schwer zu sehen, auf welche Weise und weshalb eine Verzerrung nach unten stattfinden könnte. Ohne eine korrekte Berücksichtigung der Schwere der Krankheit, können wir aber das Kosten-Nutzen-Verhältnis gesundheitspolitischer Maßnahmen nicht angemessen bewerten (vielleicht ist das ein Grund, weshalb vernünftige Daten so schwer zu finden sind). Aus eben diesem Grund sind die Praktiken der Todesursachenfeststellung bei COVID-19 und damit die gemeldeten COVID-19-Sterbefallzahlen in Frage zu stellen. Ohne brauchbare Daten kann keine vernünftige Politik gemacht werden.

Todd Kenyon hat einen Abschluss in Maschinenbau, ist Doktor der Biologie und ist „Chartered Financial Analyst“. Er hat in der Finanzbranche gearbeitet, ist Unternehmer und Erfinder. 

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