Die als Titel gewählte Frage ist wohl rein rhetorisch. Eine ernsthafte Antwort ist also nicht zu erwarten. Van der Bellen wird auch weiterhin den türkis-grünen Regierungsstil mittragen und wohl auch keine mahnenden Worte zum ORF finden.

Vor 15 Jahren gab sich der heutige Präsident als damaliger Grün-Chef noch als Revoluzzer.

VdB rebellierte vor 15 Jahren gegen ÖVP-Nähe

Ein interessanter Beitrag des „Kurier“ erinnert an Van der Bellens „wilde Jahre“ als Grüner Parteiboss. Zitiert wird eine 15 Jahre alte Meldung der „Austria Presse Agentur“, vom 11. Mai 2005:

„Grünen-Chef Alexander Van der Bellen sorgte für Aufsehen, als er im Parlament vor laufenden Kameras die Nachrichten- und Informationssendungen des ORF wegen ihrer ÖVP-Nähe kritisierte.“

„Propaganda-Sendung“ im ORF

Die vom „Kurier“ zitierte APA weiter im Jahre 2005: „Der Grüne ORF-Stiftungsrat Pius Strobl sah eine ‚Schamgrenze überschritten’ und will dies in einer Sondersitzung des obersten ORF-Aufsichtsgremiums erörtern. Strobl begehrte daher in einem Offenen Brief an die ORF-Spitze Auskunft darüber, wie diese ‚Werbe- und Propaganda-Sendung für den ÖVP-Parteiobmann’ zu Stande gekommen sei.“

Kurz hat 4x mehr Sendezeit als Schüssel

Als sich VdB beschwert hat, dass der ORF seine Sendungen für ÖVP-Werbung missbrauchen würde, hatte ÖVP-Kanzler Schüssel viermal weniger Sendezeit zur Verfügung als heute ÖVP-Kanzler Kurz.

Alexander Van der Bellen residiert heute gemütlich in der Hofburg. Der genannte Pius Strobl sitzt im ORF und ist dort der zweitmächtigste Mann hinter Alexander Wrabetz. Ein Aufbegehren wird es daher nicht geben. Die einstigen Revoluzzer haben es sich im System bequem gemacht. Der „Kurier“ schlussfolgert richtig: „Aufregung? Gibt es keine…“