In Berlin darf die Gastronomie zu Pfingsten wieder öffnen. Doch die Auflagen und Regeln wegen der Corona-Pandemie lassen Vielen die Lust zum Aufsperren vergehen. Im Internet und sozialen Netzwerken machen sie ihrem Frust Luft und erklären, weshalb sie nicht für ihre Gäste öffnen.

Seit sieben Monaten ist die Gastronomie in Berlin geschlossen. Nach einem Beschluss der Stadtregierung soll es nun zu Pfingsten zu ersten Öffnungen kommen – zumindest die Außengastronomie, also die Gastgärten, dürfen wieder aufsperren. Doch die Freude der Gastronomen hält sich aufgrund der vom Berliner Senat beschlossenen Regelungen in Grenzen. Viele haben sich schweren Herzens dazu entschieden, nicht zu öffnen.

So etwa das Berliner Lokal REDO XXL. Auf Facebook erklären die Betreiber wütend: „Alles noch schlimmer, als geschlossen zu haben!“ Unter dem Hashtag #wirmachendanichtmit kritisieren sie die zur Öffnung beschlossenen Maßnahmen als „Augenwischerei“. Auch wenn es schwerfällt und sie der Wiedereröffnung entgegengefiebert haben, müssten sie nun leider ihre Gäste auf einen späteren Zeitpunkt vertrösten. „Wir haben uns aber dagegen entschieden, weil wir von der Regierung sehr enttäuscht sind!“, heißt es in ihrem Post. Und obwohl ihnen die Gäste fehlen, „haben wir und bewusst dazu entschieden, ab Pfingsten NICHT zu öffnen.“

Schikanöse Öffnungsregeln

Neben „Kontaktbeschränkungen, Vorreservierungen, Datenerfassung, Hygienekonzepten“, die auch schon im Vorjahr vorgesehen waren, kritisieren die Berliner Gastronomen vor allem die Testpflicht für Gäste, die der Berliner Senat auch für die Außenbereiche vorschreibt. In dem Beitrag heißt es dann auch: „Wir als Gastgeber müssen das aber alles kontrollieren, absegnen, dokumentieren und übernehmen dafür auch noch die Verantwortung. Und dann dürft ihr nicht mal bei schlechten Wetter in unser Restaurant eintreten? Auch wenn ihr negativ getestet seid?! Das ist eine absolute Frechheit und ein Aufwand, den wir nicht stemmen können und auch nicht WOLLEN!“

„Fühlen uns verarscht“

Damit ist die Kritik jedoch noch nicht vorüber. „Wir wollen keinen NACHWEIS verlangen , dass sie bei uns auf der Terrasse im Freien(!) mit 1,50m Abstand(!) wo der Kellner eine Maske trägt und sie ihre Kontaktdaten preisgeben müssen (!)“ sitzen. Das sei alles noch schlimmer, als geschlossen zu haben. „Wir fühlen uns einfach nur verarscht!“, fassen die Betreiber ihren Unmut zusammen.

Und sie sind nicht die einzigen. Nach dem Facebook-Beitrag folgte eine Reihe von Solidaritätserklärungen und auch zahlreiche Gastronomiebetriebe, wie das W3 Lounge & Restaurant Neumarkt, das Hotel Restaurant Kronprinz, das Almrösl in Schweinfurt und viele weitere aus ganz Deutschland teilten den Beitrag und schlossen sich dem Protest an.

 

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