Der digitale Euro kommt: Was genau ist das digitale Zentralbankgeld?

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Totale Überwachung durch den Staat und die überstaatliche EU

Der digitale Euro kommt: Was genau ist das digitale Zentralbankgeld?

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Inhalt

Die Einführung des digitalen Euro ist im Windschatten von anderen Themen in vollem Gange. Momentan befindet sich das Projekt in der Sondierungsphase und man hat als Bürger noch bis zum 14. Juni 2022 Zeit, eine Stellungnahme dazu abzugeben. Breit kommuniziert wurde diese Möglichkeit von der EU und von den Mainstream-Medien nicht. Ebenso ist es höchst zweifelhaft, ob die EU-Kommission ihr Vorhaben überdenken würde, selbst wenn es zahlreiche negative Rückmeldungen von Bürgern gibt. Doch was genau ist der digitale Euro? Wie unterscheidet er sich von Kryptowährungen und Geld auf unserem Girokonto?

Von Andreas Wailzer

Unterschied Bargeld und digitales Zentralbankgeld

Das digitale Zentralbankgeld, im Fachjargon Central Bank Digital Currency, kurz CBDC, genannt, ist ein von Zentralbanken herausgegebenes digitales Zahlungsmittel, und damit die digitale Version der jeweiligen Landeswährung.

Der Unterschied zum Bargeld liegt auf der Hand. Beides wird von der Zentralbank herausgegeben, im Fall des Euro von der Europäischen Zentralbank (EZB). Bargeld ist physisch und Bezahlvorgänge damit sind anonym und nicht nachverfolgbar. Der digitale Euro wäre immateriell und die Bezahlvorgänge würden wohl digital gespeichert werden und wären von der Zentralbank einsehbar.

Unterschied Buchgeld und digitales Zentralbankgeld

Der digitale Euro unterscheidet sich jedoch auch vom Geld auf einem Bankkonto, dem sogenannten Buchgeld oder Giralgeld. Das Buchgeld ist lediglich eine Forderung des Kontoinhabers gegen die Bank. Wenn also jemand einen Kontostand von 1.000 Euro bei einer Bank hat, dann ist dies nur das Versprechen der Bank, 1.000 Euro Zentralbankgeld in Form von Bargeld auszubezahlen. Wenn die Bank in Konkurs gehen würde, dann könnte sie auch das Geld nicht mehr an alle Kontoinhaber ausbezahlen (in der EU gibt es jedoch eine staatliche Einlagensicherung bis 100.000 Euro pro Person und Bank). Der digitale Euro wäre im Gegensatz dazu „echtes“ Zentralbankgeld und nicht bloß eine Forderung gegen eine Geschäftsbank. Er ist in diesem Sinne also wie Scheine oder Münzen von der Zentralbank, nur eben in digitaler Form und somit nicht anonym.

Unterschied Kryptowährungen und digitales Zentralbankgeld

Bei Kryptowährungen wie dem Bitcoin gibt es keine zentrale Stelle, welche die Coins herausgibt oder den Zahlungsverkehr reguliert. Dies geschieht dezentral über das Bitcoin Netzwerk. Dank der Blockchain Technologie benötigt es keine zentrale Regulierungsstelle, welche die Zahlungen verifiziert. Bitcoin ist also technisch so konzipiert, dass niemand vom Zahlungsverkehr ausgeschlossen werden kann. Bitcoin ist aber entgegen der häufigen Annahme nicht unbedingt anonym. Alle Transaktionen mit Bitcoins sind nachvollziehbar und von jedem auf der Blockchain einsehbar, allerdings sind die Bitcoin Wallets mit einer Kombination von Nummern und Buchtstaben (Wallet Adresse) und nicht mit dem Namen des Eigentümers versehen. Wenn jemand jedoch die Wallet Adresse mit dem Namen der Person in Verbindung bringen kann, so ist jede jemals getätigte Transaktion für jeden nachvollziehbar. Privacy Coins wie beispielsweise Monero schließen diese Nachvollziehbarkeit aus und funktionieren daher wie „Bargeld im Internet“, da damit tatsächlich anonym bezahlt werden kann, da die Transaktionen für niemanden nachvollziehbar sind.

Eine CBDC wie der digitale Euro ist hingegen weder anonym, noch ist sie dezentral organisiert. Die genaue technologische Ausführung des digitalen Euro steht momentan (Stand Mai 2022) noch nicht fest, jedoch ist anzunehmen, dass die Transaktionen mit dem digitale Euro nicht von jedem einsehbar sein werden wie bei Bitcoin. Die Wallet der Teilnehmer wird dafür jedoch höchstwahrscheinlich mit dem Namen und anderen persönlichen Daten der Person versehen sein und die EZB wird selbstverständlich alle Transaktionen einsehen können, soll doch die Bekämpfung von organisierten Verbrechen der erklärte Vorteil des digitalen Euro sein. Während es beim Bitcoin und anderen Kryptowährungen keine zentrale Stelle gibt, die Wallets sperren und Transaktionen verhindern können, wäre dies bei einem digitalen Zentralbankgeld anders. Die zuständige Zentralbank wäre in der Lage, Wallets zu sperren und somit Personen vom Zahlungsverkehr auszuschließen.

Gefahren werden heruntergespielt

Es wird von Seiten der EU und der EZB stets beteuert, dass Sorgen über einen orwellschen Zentralstaat unberechtigt seien, weil ja niemand gezwungen wird den digitalen Euro zu benutzen. Doch durch die Abschaffung des Bargelds und das Verbot von privaten Krypto Wallets könnten Bürger zur Nutzung des digitalen Euro gezwungen werden. Der Oligarch Bill Gates und die EZB-Präsidentin Christine Lagarde haben beim diesjährigen Weltwirtschaftsforum in Davos verbal scharf gegen Kryptowährungen geschossen. Dass die Zentralbanken von Kryptowährungen nicht begeistert sind ist logisch, da diese eine mögliche Konkurrenz für das Geldmonopol und damit der Macht der Zentralbanken darstellen.

Das Bargeld soll laut Aussagen der EZB und der europäischen Politiker natürlich nicht abgeschafft werden. Das erinnert an Sätze wie „Es wird keine Impfpflicht geben“ oder „Niemand hat die Absicht eine Mauer zu errichten“. Das man solchen Aussagen von Politkern nicht vertrauen kann, haben die letzten beiden Jahren eindrucksvoll bewiesen.

Die totale digitale Überwachung droht

Die Kombination aus digitaler Identität und digitalem Euro macht eine totale Überwachung der Bürger durch den Staat bzw. die überstaatliche EU möglich. Wieder einmal scheint China in diesem Bereich Vorbild für die europäischen Politiker zu sein. Dort wird die chinesische Version der CBDC, der digitale Yuan, bereits getestet. Der Einführung eines Sozialkreditsystems nach chinesischem Vorbild würde mithilfe der totalen digitalen Überwachung auch in Europa nichts mehr im Wege stehen.

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