Völlig verrückt: Stromanbieter kündigen ihren Kunden

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Die Wirtschaftskrise nimmt Fahrt auf

Völlig verrückt: Stromanbieter kündigen ihren Kunden

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Die Weltmarktpreise für Energie sind völlig außer Kontrolle geraten. Und es geschehen auch Dinge, die vor ein paar Wochen oder Monaten noch völlig undenkbar waren, etwa das Stromanbieter ihren Kunden die Verträge kündigen. Begonnen hat dies allerdings schon im vergangenen Jahr, als auch die ersten Stromanbieter Konkurs anmelden (Wochenblick berichtete) und ihre Kunden sich plötzlich nach Alternativen umsehen mussten.

Nun wird das Problem in der Steiermark wirklich schlagend. Wie die Arbeiterkammer berichtete, bekommen immer mehr Kunden von ihren Stromanbietern Schreiben, in denen massive Preiserhöhungen angekündigt werden. Sollten diese nicht akzepiert werden, droht sogar die Kündigung, trotz bestehender Verträge und Preisgarantien. “Dass ein Stromanbieter seine Kunden loswerden möchte, das ist bislang einmalig in der Geschichte”, so der Energiereferent der Arbeiterkammer Steiermark Karl-Heinz Kettl gegenüber einer Tageszeitung.

Strompreis um 400 Prozent verteuert

Laut Kettl ist diese Entwicklung der enormen Preissteigerung für Strom am Weltmarkt geschuldet. Um gut 400 Prozent ist der Strompreis inzwischen gestiegen. Und in Bedrängnis geraten nach seiner Ansicht nun vor allem kleine Anbieter, die Strom nicht selbst produzieren, sondern lediglich damit handeln. Diese sehen sich durch die Entwicklung nun durch Insolvenz bedroht. Betroffenen Kunden empfiehlt die AK derzeit, den Folgevertrag anzunehmen, da es immer noch billiger sei, als sich einen neuen Anbieter zu suchen. Allerdings sollte man darauf achten, keine langen Vertragsbindungen einzugehen. Im Fall der Fälle, also wenn der Anbieter tatsächlich insolvent gehen sollte oder man sich aus anderen Gründen gegen eine Verlängerung des Vertags entscheidet, sollte man darauf achten, dass man sich einen neuen Anbieter sucht, der auch selbst Strom produziert, da dadurch doch etwas mehr Preisstabilität gewährleistet wird.

Es könnte noch schlimmer werden

Das Problem könnte sich in nächster Zeit jedoch noch weiter verschärfen und eine noch größere Beschwerdeflut für AK oder Konsumentenschutzverbände bringen. Denn durch einen Abänderungsantrag zum „Erneuerbaren Ausbau Gesetzes“ (EAG), der im Parlament Anfang diesen Jahres mit Stimmen von ÖVP, Grünen und SPÖ beschlossen wurde, ist in Paragraph 80 des Elektrizitätswirtschaftsgesetzes ein Passus weggefallen bzw. abgeändert worden, der es den Energieversorgern verbietet, bei bestehenden Verträgen mit Fix-Preisen allfällige Preiserhöhungen an die Verbraucher weiterzugeben. Nun können Anbieter bei bestehenden Verträgen Entgelterhöhungen vornehmen, wenn diese “in einem angemessenen Verhältnis zum maßgebenden Umstand für die Entgelterhöhung erfolgen” (Wochenblick berichtete).

Regierung betreibt Alibi-Aktionen

Während in Ungarn längst Preisdeckel für Benzin und Diesel eingeführt wurden, man in Polen die Steuern auf Kraftstoffe senkte und in Deutschland zumindest ab Sommer die Senkung der EGG-Umlage (Erneuerbare Energie Gesetz) angedacht ist – obwohl die Wirksamkeit dieser Maßnahme von Experten in Zweifel gezogen wird – kassiert Österreichs Regierung bei den Bürgern weiter voll ab und behilft sich mit billigen Alibi-Aktionen. Denn der großartig verkündete Energiekostenausgleich wird als Einmal-Zahlung die gestiegenen Kosten auf Dauer kaum abfedern. Und ein Stopp der im Sommer kommenden CO2-Steuer, die die Preise weiter in die Höhe treiben wird, wurde von Grünen und ÖVP bisher abgelehnt. Der Bürger kann letztlich froh sein, dass es allmählich wärmer wird. Im Sommer muss er sich erstmal nicht zwischen Essen oder Heizen entscheiden.

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