„Cymothoa exigua“ heißt eine parasitäre Assel, die zum Glück bisweilen hauptsächlich Fische befällt. Der Parasit frisst die Zunge des Fisches und nimmt dann deren Platz im Maul seines Wirtes ein. All das Essen, das der Fisch im Laufe seines weiteren Lebens zu sich nimmt, muss so an dem Mitesser vorbei, der sich seinen Anteil davon abzweigt. Und der Fisch merkt nicht einmal, dass das nicht mehr seine Zunge ist…

Ein Kommentar von René Rabeder

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System-Zungen unter sich

Also so ähnlich wie es der FPÖ gerade mit der Kronen Zeitung ergeht. Da versucht man genügend Nahrung aufzunehmen, möchte gegen die steigende Gewalt im Land vorgehen – hat, gut möglich, sogar Ideen, wie man für Österreicher mehr soziale Fairness schaffen kann. Und alles, was an seiner vermeintlichen Zunge vorbei kommt, sind … verstaubte Liederbücher aus irgendwelchen alten Kellern. Schön anzusehen ist er freilich auch nicht mehr, dieser so befallene Fisch. „Was für eine armselige Figur. Man blickt in das Gesicht und weiß sofort: FPÖ“, spottete dazu Krone Auslandspolitik-Chef Kurt Seinitz unlängst über FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker auf Twitter. Aufgelegt hat ihm diese Bemerkung Dieter Chmeler, der selbst schon seit Jahrzehnten die Zunge jenes Systems mimt, ohne dessen Gunst er wohl kaum überhaupt jemals an Nahrung gekommen wäre.

Über wichtige Themen wird geschwiegen

Anstatt Zeilen dämlicher Liederbüchern gäbe es übrigens für unsere lieben Medienkollegen noch viel wichtigere Fragen zu beantworten. Zum Beispiel wie es sein kann, dass sich jugendliche Migranten in Salzburg eine regelrechte Straßenschlacht liefern können. Und dabei auch noch auf unsere beinahe hilflos wirkenden Polizei-Beamten losgehen können. Ob unser Bundespräsident, Alexander van der Bellen, da auch so sauer wurde, wie er es laut eigenen Aussagen nach der Ibiza-Affäre oft war, ist nicht überliefert. Wenn Ja, hat er mutmaßlich an diesem Abend zur Beruhigung die eine oder andere Zigarette mehr geraucht. Ein Thema, das wiederum jenen großen Teil der Bevölkerung ziemlich aufregt, der bisher all zu gerne im blauen Dunst seines gemütlichen Stamm-Eck-Beisl über Politik – und sicher auch öfters einmal über Fische – geredet hatte. Die Themenvorgabe für solche philosophischen Runden neben dem Dart-Automaten, kam in diesen Lokalen nicht selten aus der größten heimischen Boulevard-Zeitung. Da diese aber, wie erwähnt, nicht mehr über die für die Bürger interessanten Geschichten berichten will und man nun nicht einmal mehr gemeinsam an der Bar rauchen darf, werden wohl bald nicht wenige Wirte zusperren müssen.

Sollen Österreicher zuhause bleiben?

Aber das ist wahrscheinlich so gewollt und der neue Stil. Die Österreicher sollen am Abend lieber zuhause sitzen und sich von sich den Mainstream-Medien berieseln lassen, anstatt sich in der Gemeinschaft über Dinge auszutauschen und Zustände zu hinterfragen. Und wer daheim bleibt, der wird auch nicht abgestochen – die eine oder andere Home-Invasion einmal ausgenommen. So sinkt dann auch die Kriminalität. Genial eigentlich, dieser „Neue Weg“…