Hunderte Ärzte protestieren: Basierend auf den harten Zahlen, gibt es keine Pandemie! Und sie fordern von der Politik: Wir wollen Beweise! Wer sind eure Experten? Wie lauten eure wissenschaftlichen Analysen?

Durch Corona und die damit verbundenen Maßnahmen ist nichts mehr so, wie es vorher war. Das bisher gewohnte Leben existiert seit Monaten nicht mehr. Unter der Ägide der Bekämpfung der Corona-Pandemie werden Grund- und Freiheitsrechte außer Kraft gesetzt und Maßnahmen befohlen, die die Freiheiten des Einzelnen weiter einschränken. Dass sich gegen diese Einschränkungen Widerstand regt, ist nicht verwunderlich. Große Teile der Gesellschaft fürchten um ihre Existenz und ihre Zukunft. Besonders ist derzeit jedoch, dass die kritische Masse auch unter denjenigen zunimmt, die es eigentlich noch am besten wissen müssten, was an den gesetzten Maßnahmen sinnvoll ist und was eher als Schikane abgetan werden kann – den Ärzten.

Protest nimmt Fahrt auf

Auch als „Halbgötter in Weiß“ bezeichnet, genießt die Ärzteschaft in der Regel das Vertrauen der Bevölkerung. Schließlich ist der Arztberuf nicht nur durch eine lange und intensive Ausbildung geprägt, sondern er verlangt – im Optimalfall – auch ein hohes Verantwortungsbewusstsein und eine uneingeschränkte Hingabe an die Tätigkeit. Denn der Arzt hat in der Regel mit den Menschen in Ausnahmesituationen, wenn sie erkrankt oder verletzt sind, zu tun. Zudem ist der Arzt durch den „Hippokratischen Eid“ auch an die Grundsätze seines Berufes gebunden, kurz zusammengefasst: das Wohlergehen des Menschen immer zu beachten und auch das Verbot, ihm zu schaden. In Anbetracht dessen sorgt es derzeit für nicht wenig Aufsehen, dass sich zunehmend sogar Teile der Ärzteschaft gegen die verordneten Corona-Maßnahmen stellen und deren Sinn- und Zweckhaftigkeit offen anzweifeln. Inzwischen nimmt der Widerspruch gegen die von den Regierungen beschlossenen Regeln zunehmend Fahrt auf. Mediziner schließen sich zu Verbänden oder Vereinen zusammen, um ihrem Protest mehr Gewicht zu verleihen.

Frühe Kritik an Maßnahmen

Bereits recht früh während der Corona-Krise meldeten sich die ersten kritischen Ärzte zu Wort. In Österreich waren dies unter anderem Dr. med. univ. Peer Eifler aus Aussee oder Prof. DDr. Martin Haditsch aus Leonding. (Anmerkung der Redaktion: Der „Wochenblick“ berichtete damals zeitnah und exklusiv, im Gegensatz zu den Mainstream-Medien, die diese Stimmen weitestgehend verschwiegen oder abqualifizierten). Sie kritisieren neben den massiven Einschränkungen und dem Lockdown auch die unseriöse „Panikmache“ der Regierung. Und sie fordern endlich eine Rückkehr zu einer wissenschaftlichen und evidenzbasierten Diskussion sowie die Veröffentlichung der vorhandenen Zahlen und Statistiken und auch der Modelle und Annahmen, anhand derer die Entscheidungsträger agierten. Wie wenig diese Forderungen und auch die Kritik an den Maßnahmen mit Verschwörungstheorien oder einem bestimmten „politischen Eck“ zu tun haben, wird auch dadurch deutlich, dass selbst im linken „Standard“ Ende April dem nicht unumstrittenen Wiener Abtreibungsarzt Christian Fiala breiter Raum für seine Corona-Kritik eingeräumt wurde. Fiala war Redner bei der am 24. April in Wien abgehaltenen Demonstration gegen das Corona-Maßnahmenpaket der Regierung, die von der Initiative für evidenzbasierte Corona-Informationen (ICI) am Albertinaplatz angemeldet worden war, jedoch untersagt und schließlich polizeilich aufgelöst wurde. Wie auch viele seiner Kollegen sieht Fiala in dem Corona-Virus keine übermäßige Gefährlichkeit. Da es jedoch keine Antworten auf die offenen Fragen gibt und die Regierungen jede Transparenz bezüglich ihrer Entscheidungen vermissen lassen, kam es schließlich dazu, dass sich Mediziner und Bürger in Initiativen zusammenschlossen, um sich selber um Aufklärung zu bemühen.

Panikmache der Regierung

Eine der ersten Gruppen, die sich gründete, war „Widerstand 2020“, die mittlerweile in Deutschland als Partei auftritt und 2021 zur Bundestagswahl antreten will. Gründerin war die 36-jährige Victoria Hamm aus der Nähe von Hannover, die sich jedoch mittlerweile zurückgezogen hat. Ebenfalls schon zu Beginn mit dabei waren der Leipziger Rechtsanwalt Ralf Ludwig und der Sins­­heimer HNO-Arzt Bodo Schiffmann. Schiffmann, der im Juli auf einer Stuttgarter Anti-Corona-Demonstration die Corona-Maßnahmen der Regierung mit dem Ermächtigungsgesetz der Nationalsozialisten von 1933 verglich – und dafür in den Medien scharf angegriffen wurde – hat sich mit einer Reihe von Kollegen im MWGFD e.V. (Mediziner und Wissenschaftler für Gesundheit, Freiheit und Demokratie) zusammengefunden. Laut Selbstbeschreibung ist der Verein ein Zusammenschluss von in Medizinberufen tätigen Personen und Wissenschaftern, die ihre Kritik an den überzogenen Beschränkungen während der Corona-Krise eint. Ziele des Vereins sind die kritische Beobachtung von gesellschaftlichen Entwicklungen in Sachen Gesundheit, Freiheit und Demokratie zum bestmöglichen Schutz dieser Werte, die Einholung und Verbreitung von Informationen auf Basis von Wissenschaftlichkeit und Evidenz sowie die Knüpfung eines umfassenden Netzwerkes Gleichgesinnter über das ganze Bundesgebiet und auch international. Vorsitzender des Vereins ist der emeritierte Professor und Facharzt für Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie Dr. Sucharit Bhakdi, dessen im Juni erschienenes Buch „Corona Fehlalarm? Zahlen, Daten und Hintergründe“ wochenlang in den Bestsellerlisten war. Ebenso Mitglied des Vereins ist der ehemalige SPD-Bundestagsabgeordnete und Lungenfacharzt Dr. Wolfgang Wodarg. Dieser bezeichnete schon im März die Quarantänemaßnahmen und Verbotsregeln als „Panikmache“, bewertete die Empfehlungen der WHO und des Robert-Koch-Instituts als überzogen und interessengetrieben und bezeichnete diese Institutionen als viel zu oft „durch Sekundärinteressen aus Wirtschaft und/oder Politik korrumpiert“.

Forderung nach Aufklärung

Eine enge Zusammenarbeit des Vereins besteht mit der von den Hamburger Ärzten Walter Weber, Heiko Schöning und Olav Müller-Liebenau ins Leben gerufenen Gruppe „Ärzte für Aufklärung“, die innerhalb weniger Wochen über 2000 Unterstützer sammeln konnte. Auch sie kritisieren den bisherigen Umgang der Regierung mit der Krise und fordern Offenheit und Transparenz. Dabei fällt die Kritik auch schon einmal schärfer aus. Mitglied der „Ärzte für Aufklärung“ Dr. Thomas Ly, Infektiologe und Tropenmediziner, hält wie seine Kollegen in Interviews und in Beiträgen auf Youtube nicht hinter dem Berg: „Wir sollten diese Krankheit SARS-CoV-2 umbenennen in Konjunktivitis 2, weil alles, was wir von den Politikern und Experten hören, ist ein Konjunktiv: ‚Wir müssen davon ausgehen, es könnte sein, dass so und so viel Menschen sterben …‘ Wo sind die Belege? ‚Wir müssen mit einer zweiten Welle rechnen.‘ Wieso? Wenn wir von einem Corona-Virus ausgehen, müssen wir mit einer Dauerwelle rechnen, die sind jedes Jahr da. und die sind in diesem Jahr, glaube ich, auch nicht schlimmer als im letzten Jahr.“

Was all diese Gruppen und Mediziner – die sich auch international vernetzen und austauschen, wie etwa mit den spanischen „Doctors for the Truth Association“ (Ärzte für die Wahrheit) – eint, ist der Wunsch nach Aufklärung, endlich reinen Wein eingeschenkt zu bekommen. Deshalb haben sie auch aus Eigeninitiative einen „Außerparlamentarischen Corona-Untersuchungsausschuss“ (ACU) gegründet. „Wir lassen uns nicht länger hinhalten. Wir Bürger haben die Kraft. Wir machen das!“, so kündigte Heiko Schöning Ende Mai 2020 den Untersuchungsausschuss an, in dem untersucht werden soll, warum die einschränkenden Maßnahmen im Zuge von COVID-19 über die Bevölkerung gekommen sind und ob es eine Verhältnismäßigkeit zu den drastischen Regierungsmaßnahmen gibt. Zu diesem Zwecke werden Sachverständige aus vielen Bereichen befragt und die Videos und Transkripte im Internet veröffentlicht.

Drohungen statt Antworten

So viel Eigenmächtigkeit ist den Regierungen nun gar nicht geheuer. Denn anders als in Dänemark, wo bereits durch das Parlament eine Kommission eingesetzt wurde, die die Regierungsmaßnahmen und deren Verhältnismäßigkeit während der Krise untersuchen soll, lässt man sich hierzulande nicht in die Karten blicken und verhindert bzw. verweigert eine Untersuchung der Entscheidungen. Dies bekommt auch die aufbegehrende Ärzteschaft zu spüren. Experten wie Sucharit Bhakdi, Wolfgang Wodarg oder Bodo Schiffmann werden wegen ihrer kritischen Fragen und widersprechenden Meinungen in die Nähe von Verschwörungstheorien gerückt. Weißkittel mit Aluhüten, die unwissenschaftlich arbeiten, so der Grundtenor, um die Kritik zu diskreditieren. Dabei ist es gerade die Rückkehr zur Wissenschaftlichkeit, die von eben jenen Ärzten gefordert wird. Die Quellen dafür, dass dieses bestimmte SARS-CoV-2-Virus gefährlicher ist als die anderen drei oder vier, die jedes Jahr für Erkältungen und andere Krankheiten sorgen. Die Erklärung dafür, weshalb ein nachgewiesenes DNA-Schnipselchen bereits als Krankheitsmarker gilt, ohne sonstige Diagnostik. Fraglich ist, ob so viel Zivilcourage die beteiligten Ärzte nicht noch teuer zu stehen kommt. Denn auch die Ärztekammern beäugen die „Abweichler“ skeptisch. So ließ die Hamburger Ärztekammer vor einer Anti-Corona-Demo wissen: „Besonders unverständlich sei, dass sich auch ärztliche Kolleginnen und Kollegen an den Protesten gegen die Corona-Maßnahmen beteiligten und dabei die dem ärztlichen Berufsstand zugeschriebene Kompetenz und Glaubwürdigkeit zur Verbreitung ihrer Privatmeinung nutzten, die nicht dem aktuellen medizinischen Wissensstand entspricht. Zwar haben auch Ärztinnen und Ärzte das Recht zur freien Meinungsäußerung, Bei Ärztinnen und Ärzten, die Mitglieder der Hamburger Ärztekammer sind, werden wir jedoch genau beobachten, ob es zu Verstößen gegen die Berufsordnung kommt, beispielsweise durch das Ausstellen falscher Atteste. Konkreten Hinweisen darauf nachzugehen, gehört zu unseren gesetzlichen Aufgaben.“ Eine Drohung, unliebsame Kollegen zu gängeln und zu überwachen, sie gar zu bestrafen oder im schlimmsten Falle die Approbation zu entziehen? Dass es durchaus ernst werden kann, wenn man sich heutzutage als Arzt gegen die Meinung der Regierung und ihrer Experten stellt, hat Dr. Eifler bereits erleben müssen. So schickte sich die Ärztekammer an, die „berufsrechtliche Vertrauenswürdigkeit“ zu prüfen, da diese bei ihm möglicherweise nicht mehr gegeben sei. Dennoch lässt sich der Arzt, wie auch viele seiner Kollegen nicht einschüchtern und davon abbringen, seine Meinung weiter zu äußern.

Andere Infekte statt COVID

Widerspruch gegen Regierungsmaßnahmen kam zuletzt in Österreich auch von der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde (ÖGKJ). Diese forderte, dass der Kindergarten- und Schulbetrieb im Herbst trotz Corona-Pandemie uneingeschränkt beginnen müsse. Zwar solle auf gewisse Hygienevorschriften geachtet werden, allerdings betonten die Mediziner, dass im Herbst jedes Kind mehrfach Symptome wie Husten und Fieber zeigen werde, die die Kriterien für einen SARS-CoV-2-Verdachtsfall erfüllen, dass es sich dabei aber mit hoher Wahrscheinlichkeit um einen anderen viralen Infekt handeln werde. Denn unter den mehr als 1.000 Kindern und Jugendlichen, die in den vergangenen Monaten an der Grazer Uni-Klinik für Kinder- und Jugendheilkunde als Verdachtsfälle untersucht wurden, hatten demnach nur 0,5 Prozent tatsächlich eine SARS-CoV-2-Infektion.

Unsinn „Alltagsmasken“

Und auch in der „Deutschen Apotheker Zeitung“ machte Prof. Dr. Markus Veit in einem – eigens als Meinungsbeitrag gekennzeichneten – Artikel seinem Unmut über seine Kollegen und die Maskenpflicht Luft: „Vor einem Jahr wäre es ein Skandal gewesen, wenn Professionelle im Gesundheitsbereich – wie das Robert-Koch-Institut (RKI) – zur Verwendung von Masken aufgerufen hätten, die nicht ein Zertifizierungsverfahren für Medizinprodukte durchlaufen haben und kein CE-Signum tragen. Heute gilt das offenbar alles nicht mehr. Selbst unsere Politiker gefallen sich im Tragen von sogenannten Alltagsmasken für den Infektionsschutz.“ Dass dazu geschwiegen wird, macht er den Experten, zu denen er auch seine Apotheker-Kollegen zählt, zum Vorwurf. Ebenso die Tatsache, dass es offenbar auch Apotheken gibt, die „Alltagsmasken“ anbieten – also in die Geschäftemacherei voll eingestiegen sind.

Bedürfnis nach Information

Wie sich zeigt, werden die kritischen Stimmen lauter. Vor allem, dass auch Ärzte immer deutlicher fordern, endlich Fakten vorgelegt zu bekommen – sie sind schließlich diejenigen, die sie am besten beurteilen können – zeigt, dass Aufklärung bezüglich Corona und der Maßnahmenpakete mehr als notwendig ist. Es sind auch die Ärzte, die ihre Patienten gemäß ihres Eides vor Schaden bewahren müssen. Und wie groß innerhalb der Bevölkerung das Bedürfnis nach Informationen statt schöner Worte von Politikern ist, zeigte das kritische Facebook-Posting von Dr. med. Christina Sternbauer aus Perg in Oberösterreich: In nur wenigen Tagen wurde es zigtausendmal geteilt und kommentiert – und sie ist ebenfalls garantiert kein „Covidiot“, Aluhutträger und Verschwörungstheoretiker.