Egal wer beim Wahlgang am 4. Dezember die entscheidende Nasenlänge vorne haben wird: Norbert Hofer muss als Gewinner angesehen werden. Denn auch in Österreich wurde, ähnlich der Entwicklung in den USA, eine Richtungsentscheidung in die Wege geleitet, berichtet der „Wochenblick“ in seiner Ausgabe 36/1.12.2016, die heute erscheint:

Das Ende des alten Establishments zeichnet sich ab. Und dabei geht es nicht nur um spezielle Parteifarben oder gewisse Politiker: Es geht darum, dass jene Art von Politik abgewählt wird, die von den Menschen als abgehoben, realitätsfern oder gar schädlich wahrgenommen wird.

Establishment im Westen am Ende

Wenn der sogenannte „einfache Bürger“ am Wahltag ein Kreuz gegen „die da oben“, gegen die Eliten, gegen die abgehobene Politik macht, dann kommt dieser Wunsch nach einem Wandel der Politik nicht von einem Tag auf den anderen.

Alle Anschuldigungen, die gegen Norbert Hofer im Zuge des langen Wahlkampfes erhoben wurden, waren symptomatisch für die Argumentation einer selbstgefälligen Politik (und der dazu passenden Medienwelt), für die immer die anderen Schuld sind. Richtig skurril wird es, wenn ausgerechnet jene Politiker vor einer drohenden Rekordarbeitslosigkeit im Falle eines Hofer-Wahlsieges warnen, die genau für diese Rekordarbeitslosigkeit verantwortlich sind.

Schuld daran, dass das etablierte Parteiensystem in der ganzen westlichen Welt abgewählt wird, sind in der medialen Darstellung nicht die arroganten Politiker selbst, sondern immer das für dumm verkaufte Wahlvolk. Das Magazin „Profil“ widmet dem bösen Wähler sogar die Titelgeschichte: „DER WUTWÄHLER“, steht dort in roten Lettern auf dem Cover: „Er machte Trump, erzwang den Brexit, hofft auf Hofer.“

Zauberwort Zuhören!

Man findet kaum eine Zeitung oder ein Fernsehformat, das den Mut aufbringt, die Wähler ernst zu nehmen, ihnen zuzuhören – und zu hinterfragen, warum die Massen neuerdings so wählen, wie sie wählen. Die sozialen Realitäten werden von den Medien schlicht und ergreifend ignoriert – und schreiben sie doch einmal über die real existierenden Sorgen und Probleme, dann nie ohne diesen sattsam bekannten, spöttischen Unterton.

Der Leser soll scheinbar immer das Gefühl bekommen, dass seine Probleme und Ängste eine Schöpfung seiner primitiven Lebensumstände sind, ein Produkt seiner mangelnden Bildung oder seiner Unfähigkeit zur Empathie seien.

Journalisten verstehen Einwanderungskritik nicht

Der „Falter“-Chefredakteur Florian Klenk schreibt auf seiner Facebookseite, die insgesamt wie die meisten Journalisten-Seiten wie eine Werbeplattform für Van der Bellen wirkt, über Persönlichkeiten, die Hofer wählen würden. Es seien „erfolgreiche Menschen“, „mir persönlich als sehr angenehme Menschen bekannt“, lässt er eingangs den Leser wissen. Diese Persönlichkeiten würden Hofer wählen, weil die Überfremdung in Wien allerorten nicht nur sichtbar – sondern vor allem für die Mittelschicht spürbar geworden ist. Probleme im öffentlichen Krankenhaus oder Radikalisierung bei islamischen Lehrlingen im Betrieb: Klenks Gesprächspartner aus der „Mitte der Gesellschaft“ spüren massive Veränderungen im alltäglichen Leben.

Mitte der Gesellschaft macht nicht mehr mit

Und diese ganzen Veränderungen wollen sie nicht. Sie wollen nicht noch mehr Einwanderung, wollen nicht noch mehr Globalisierung, wollen nicht noch mehr Verfremdung. Klenks Gesprächspartner merken, dass die Kluft zwischen der etablierten Politik und den normalen Menschen zu groß geworden ist. Aber Klenk, als Vertreter der Mainstream-Medien, merkt es selbstverständlich nicht. Sein Resümee ist typisch. Lapidar wird der Bürger als dumm hingestellt. Klenk: „Da dringst Du argumentativ nicht mehr durch.“ Wie einfach…

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