martin hajart

Der ÖVP-Klubchef Martin Hajart aus Linz sorgt mit seiner Idee bei Experten für Kopfschütteln. Weil in den städtischen Linzer Kindergärten inzwischen circa 63 Prozent der Vier- bis Fünfjährigen nicht Deutsch als Muttersprache aufweisen, fordert er eine Richtungsänderung in der rot-blauen Einwanderungs- und Wohnpolitik. Doch seine Ideen erscheinen auch für andere Parteien mehr als wirr, denn sinngemäß meint er dazu, man solle statt Mietwohnungen mehr Eigentums- und Mietkaufwohnungen schaffen.

Ein Kommentar von Julian Utz

Werbung

80 Prozent haben Sprachförderbedarf

Die oberösterreichische Landeshauptstadt ist in den letzten zwölf Monaten wieder gewachsen. Mittlerweile befinden sich in der drittgrößten Stadt Österreichs 206.800 Einwohner. Martin Hajart kritisiert, das Linz nur mehr „fast ausschließlich wegen des enormen Zuzugs von Nicht-Österreichern“ wachsen würde. Deshalb müssen viel mehr Eigentums- oder Mietwohnungen errichten werden, damit nicht „noch viel mehr junge österreichische Familien in das Umland“ abwandern.

In den städtischen Kindergärten herrschen mittlerweile mehr als bedenkliche Zustände. Nur mehr jedes dritte Kind hat die Sprache Deutsch als Muttersprache. 80 Prozent von ihnen weisen außerdem einen Förderbedarf für die Sprache auf. Generell wäre die sprachliche Ausbildung und die ganze Integrationsthematik ein Problem.

Heuchelei der Linzer ÖVP

Markus Hein (FPÖ), Wohnbaustadtrat in Linz stellt auf seinem Blog klar, wie er zur Idee des ÖVP-Klubchefs steht. Europa und auch Österreich hätten allgemein ein massives Problem mit Masseneinwanderung. Das Problem ist einerseits den schlechten Wirtschaftssituationen und den bewaffneten Konflikten in den Herkunftsländern (Push-Faktoren) und andererseits den Anreizen der Sozialsysteme in den Einwanderungsländern (Pull-Faktoren) geschuldet. Die prozentuale Verteilung von Eigentums- Mietkauf- und Mietwohnungen spielt hier sicher keine Rolle. Der Alarmismus von ÖVP-Klubchef Martin Hajart ist in diesem Zusammenhang nur eine besonders widerwärtige Form des Populismus.

migration multikulti magazin

Stets komplett offene Einwanderungspolitik propagiert

Denn in den vergangenen Jahrzehnten haben es besonders die SPÖ- und ÖVP-Regierungen versäumt unsere Grenzen sowie Sozialsysteme zu beschützen. „Jetzt wirft sie [Anm. ÖVP] in Form eines Brandstifters, der den selbst entfachten Großbrand beklagt, Blendgranaten! Sie fordern ernsthaft mehr Eigentums- und Mietkaufwohnungen zu schaffen, um Zuwanderung – die sie selbst verursacht haben – zu verhindern.“, so Markus Hein. Auf seiner Seite zeigt Hein im unteren Teil seines Artikels noch einen kleinen Auszug von Gemeinderatsanträgen (Resolutionen), bei denen es um konsequente Verbesserungsvorschläge zur Einwanderungspolitik ging. Bei sämtlichen Anträgen enthielt sich die ÖVP ihrer Stimme beziehungsweise stimmte dagegen. Die Idee den Zuzug von Migranten einzudämmen ist, laut Hein, schlichtweg unglaubwürdig.