Der Sommer kommt und damit auch der Urlaub. Mit Unbeschwertheit hat dieser jedoch nichts mehr zu tun. Ohne Grünen Pass kann man überall draußen bleiben und das werden Hotels und Pensionen spüren. Weil viele dem Test- und Maskenzwang entfliehen wollen, bemühen sie sich um Alternativen. Damit ist man aber heuer bereits spät dran.

Denn obwohl die Regierung im Juli weitere Lockerungen angekündigt hat, wird man um die 3G-Regel in nächster Zeit nicht drum herum kommen. Also heißt es geimpft sein, genesen oder „dauergetestet“. Denn egal ob beim Wirtshausbesuch, im Hotel oder im Freibad – ohne eines der Gs geht gar nichts. Selbst wer glaubte, dass eine abgelegene Selbstversorgerhütte oder ein Ferienhäuschen einen Ausweg bieten könnte, wird enttäuscht. Bei der Ankunft muss dem Beherbergungsbetrieb ein negatives Testergebnis oder ein anderes G präsentiert werden.

Wohnmobil-Boom durch Corona

Daher begeben sich immer mehr auf die Suche nach Alternativen, um zumindest eine Zeit den Masken und Tests zu entkommen. So besteht die Möglichkeit, Urlaubsdestinationen auszusuchen, in denen gelindere oder gar keine Maßnahmen gelten, wobei natürlich immer noch die Corona-Bestimmungen für die Reise und natürlich auch für die Rückreise zu beachten sind, um nicht in Quarantäne zu landen, sofern man diese nicht schon eingeplant hat – was jedoch vermutlich die wenigsten tun.

Eine der Möglichkeiten, dennoch etwas unbeschwerter Urlaub zu machen, ist Camping. Jedoch wer jetzt erst zu planen anfängt und den Kauf eines Wohnmobils erwägt, könnte bereits zu spät kommen, denn die Nachfrage nach Wohnmobilen ist so hoch wie nie. Allein der oberschwäbische Wohnwagen-Hersteller Hymer hat während der Pandemie 170 neue Arbeitsplätze geschaffen. Schon für 2020 vermeldete das deutsche Kraftfahrt-Bundesamt, dass erstmals mehr als 100.000 Freizeitfahrzeuge neu zugelassen wurden – davon über 78.000 Wohnmobile. Und auch der ÖAMTC meldete für 2020 einen Anstieg der Neuzulassungen von Campern um mehr als 75 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Wartezeiten bis zu einem Jahr für Wohnmobil

Zwar stieg in den vergangenen Jahren die Nachfrage nach den „Häusern auf Rädern“ schon beständig an, bedingt durch die Corona-Pandemie explodierte die Nachfrage aber geradezu. So können die Hersteller die Kundenwünsche derzeit kaum befriedigen. Wer etwa ein neues Wohnmobil erwerben will – besonders beliebt sind laut Caravan Industrie Verband e. V. (CIVD) Campingbusse und kompakte Reisemobile – muss mitunter mit Wartezeiten von bis zu einem Jahr rechnen. Allein im ersten Quartal 2021 stiegen die Neuzulassungen um 12,6 Prozent auf 24.224 Freizeitfahrzeuge. Am stärksten war dabei der März, der ein Plus von 40,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat verzeichnen konnte.

Bei den Neuzulassungen von Reisemobilen gab es einen Anstieg um 52,4 Prozent auf 10.801 Fabrikate und auch die Caravan-Neuzulassungen stiegen um 10,5 Prozent. Aber auch der Gebrauchtmarkt scheint derzeit leer gefegt zu sein. Ebenso können sich Vermieter von Wohnmobilen oder Campinganhängern nicht beschweren. Durch die Nachfrage ist auch ihr Angebot bereits zum großen Teil vermietet. Anbieter von Stellplätzen oder Campingplätzen fürchten daher bereits, dass es in der Urlaubszeit zu Überfüllungen kommen könnte.

Nachfrage nach Sauna und Pool

Betroffen von diesem Corona-Boom sind auch Ferienhäuser. So sind in Deutschland oder Frankreich die Mieten für Ferienwohnungen oder Häuser um gut 30 Prozent gestiegen, in Großbritannien sogar um 55 Prozent. Auch in Österreich beträgt der Preisanstieg rund 52 Prozent. Aber nicht nur die Mieten, auch die Nachfrage nach Ferienimmobilien zum Kauf hat die Preise im vergangenen Jahr stark steigen lassen. Diese sind jedoch weniger zum Vermieten gedacht, sondern als eigenes Feriendomizil oder als Zweitwohnsitz. Aber auch wer wegen des ganzen Corona-Wahnsinns ohnehin beschlossen hat, den Urlaub auf Balkonien bzw. im eigenen Garten zu verbringen und sich die Mühsalen der Reiseregelungen zu sparen, kann schnell das Nachsehen habe. Denn wer wegen Maske, Test, Abstandsregeln und sonstigen Schikanen auf das Freibad verzichten will und sich die Anschaffung eines Pools überlegt, könnte bereits zu spät kommen.

Nachfrage nach Wellness für die eigenen vier Wände

Denn Swimmingpoolfirmen sind bereits auf Monate hin ausgebucht. Und dazu kommen auch noch Lieferschwierigkeiten bei Materialien. Auch bei den ebenso stark nachgefragten Pools zum Selbstaufstellen, wo es vor allem wegen Produktionsschwierigkeiten die Planen sind. Wie groß der Wunsch nach der eigenen Bademöglichkeit ist, musste auch ein Kunde von Aldi in Deutschland feststellen. Als er pünktlich um 8 Uhr den Onlineshop aufsuchte, war der in Aktion befindliche Pool bereits ausverkauft, innerhalb weniger Sekunden. Selbst Aldi war von der Nachfrage überrascht. Wer vorhat, den heimischen Wellnessbereich um eine Sauna oder Infrarotkabine zu erweitern, da durch Corona der regelmäßige Besuch verunmöglicht wurde, muss ebenfalls Geduld mitbringen. Lieferzeiten von drei bis acht Monaten statt Wochen sind keine Seltenheit. Und auch hier liegt es nicht nur an den vollen Auftragsbüchern der Firmen, auch die Produzenten und Hersteller haben mit Lieferengpässen zu kämpfen, etwa bei Hölzern.

Die Sehnsucht nach der Natur

Was seit Corona auch stärker nachgefragt wird, sind Schreber- bzw. Kleingärten. Vor allem bei Städtern steigt der Wunsch nach Erholung im Grünen, ob zum Gärtnern, Grillen oder um auch einen Pool aufzustellen. In den letzten Monaten stand aber auch hier eine steigende Nachfrage einem immer geringeren Angebot an Kleingartenparzellen gegenüber. Dabei waren die Wartezeiten vor allem in Ballungsräumen schon vor der Corona-Pandemie recht lang – aber mittlerweile dürfte sich die Nachfrage in einigen Regionen mehr als vervierfacht haben.

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