Rot-Weiß-Rote Flaggen entlang der Unionstraße in Linz: Ein lange Zeit verkommener Standort erlebt wieder bessere Zeiten. Exakt seit zwei Jahren, als Tausendsassa Franz Wohlmuth seinen „Kaiser Franz“ aufsperrte.

Ein Beitrag von Georg M. Hofbauer

Seit der Würstelmann seine Zelte abgebrochen hatte, ging es nur noch bergab. Es muss wohl während seines Überbrückungsjobs als Schwarzkappler (Fahrkartenkontrolleur) bei der Linz AG gewesen sein.

Wo jetzt wirklich die Post abgeht: Beim Kaiser Franz

Der gebürtige Peilsteiner Franz Wohlmuth (51) entdeckte seinen neuen Wirkungsbereich. „Es sah natürlich nach sehr, sehr viel Arbeit aus. Aber die Lage passt und ich wollte unbedingt etwas mit österreichischem Touch machen“, erklärt der Wirt mit Zupackerqualität.

Ein Jahr lang arbeitete er ganz allein an allen Fronten: Würstl, Knödel, Sauerkraut für die immer zahlreicher herbeiströmenden Gäste zuzubereiten, Bier, Cola servieren und auch den Plausch zu pflegen.

Für seine Gäste ist er da, und das auch gerne!

Inzwischen erweiterte er um zahlreiche Sitzplätze im Lokal und erst im zweiten Jahr leistete er sich „den Luxus“ einer Mitarbeiterin. „Ja es geht was in der Gastronomie. Auch in der Zeit der Registrierkassa, die ich übrigens sehr befürworte.

Man muss nicht jammern und es ist nicht alles so, wie es Günter Hager in seinem Buch beschreibt“, schildert Kaiser Franz, alias Franz Wohlmuth, im „Wochenblick“-Interview. Und er vergisst dabei keinesfalls auf die neu heranströmenden Gäste. Mit jedem nimmt er sofort Konakt auf. Er signalisiert, er ist für seine Gäste da. Und das auch gern.

„Kaiser Franz“, der Name des Würschtlstandes, der schon die Dimensionen eines mittleren Lokals erreicht hat, wirft Fragen auf. Einerseits ist das eine klare Anspielung auf die österreichische Tradition, zusätzlich kommt der Name aus der Nähe zum aktiven Fußball, also zum Fußball-Kaiser Beckenbauer. Ja und er, der Wirt selbst, der ist auch ein Franz. Soviel zur Erklärung…

Gegengewicht zum Kebab

Aber dahinter steckt natürlich auch ein Statement von Wohlmuth, der natürlich auch Kaisersemmeln verkauft, zur Entwicklung der Stadt, des Landes: „Wenn du, wie in der Wienerstraße alle 50 Meter einen Kebab-Stand siehst, dann läuft was falsch. Und gleichzeitig werden Würstlstände zugesperrt. Gerade unter Bürgermeister Dobusch war es besonders schlimm.“

Wer kommt so vorbei beim Kaiser Franz? „Alle“, sagt Franz, „alle, vom Unternehmer bis zum Arbeiter oder Politiker. Jeder redet mit jedem, egal welches Alter. Es gibt auch zahlreiche Stammtische und wir können Parties feiern mit lauter Musik. Hier an der Unionstraße ist das kein Problem.“

Bereits ein zweites Lokal

Eine Überraschung hat der Kaiser-Franz-Wirt anzubieten, wenn man ihn nach seiner Ausbildung fragt. Er war Postler, so richtiger Postler: Weil es sich sein Vater gewünscht hatte, machte er die Ausbildung und kennt alle Bereiche. Vom Briefeaustragen bis zum Postmeister. „Aber das hat mich nie wirklich interessiert“, sagt er heute. Immerhin 20 Jahre hat diese Phase gedauert.

Doch jetzt scheint Franz in seinem richtigen Leben angekommen zu sein: Nicht nur mit dem Lokal an der Unionstraße, er hat vor kurzem seinen zweiten Standort aufgemacht. Im Mai übernahm er das ehemalige Sacherstüberl in der Neuen Heimat. Jetzt natürlich ebenfalls als „Kaiser Franz“ in Rot-Weiß-Rot gehalten.

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