Seit Tagen wird sie vermisst: Sophia L. aus Leipzig wurde das letzte Mal gesehen, als sie das Fahrzeug eines marokkanischen LKW-Fahrers bestieg, sie wollte nach Bayern trampen. Nun wurde laut Medienberichten offenbar ihre Leiche in Spanien gefunden.

Der marokkanische LKW-Fahrer gab im Verhör der spanischen Behörden an, die Leiche angezündet und entsorgt zu haben – so fanden die Ermittler zum Tatort. Aufgrund der massiven Verbrennungen konnte die Leiche aber noch nicht eindeutig identifiziert werden.

Marokkaner gefasst

Am 14. Juni brach die junge Studentin aus Halle bei Leipzig auf, um nach Bayern zu trampen. Zuletzt wurde sie gesehen als sie in den LKW des Marokkaners einstieg. Dann verlief sich ihre Spur. Der Bruder der Vermissten wandte sich an die Öffentlichkeit und konnte durch mehrere Hinweise den Fahrer des LKWs ermitteln. Dieser wurde nun in Jaén in Spanien verhaftet.

Im Verhör der spanischen Behörden gab er schließlich den Ort an, an dem er die Leiche der 28-jährigen Deutschen achtlos entsorgte. Durch Anzünden versuchte er vermutlich Spuren zu verwischen. Er steht unter dringendem Tatverdacht die junge Frau ermordet zu haben.

Bruder des Opfers warnt vor Rassismus

Andreas Lösch, Bruder des Opfers und Kreisrat der Grünen in Bayern, veröffentlichte in sozialen Medien ein Bild seiner Schwester mit Text. Zugleich warnte er davor, „dass auf ihre Kosten rassistische Hetze betrieben wird, wie es teils schon geschehen ist.“

Opfer engagiert für Flüchtlinge

Im Netz erregte der Fall viel Aufsehen, da die Angehörigen des Opfers dazu aufriefen, die Herkunft des Täters nicht zu nennen. Die 28-jährige engagierte sich selbst in der Flüchtlingshilfe und bei den Jusos, der sozialistischen Vorfeldorganisation der SPD.

„Wir möchten darauf hinweisen, dass die Nationalität eines möglichen Täters nichts mit seinen Taten zu tun hat“, schrieb der Bruder der Vermissten am Donnerstag in einem Brief an die Medien.

„Rassistische Hetze“

Sophia ist in der Unterstützung von Geflüchteten aktiv und engagiert sich gegen Rechts. Sophia würde unter keinen Umständen wollen, dass auf ihre Kosten rassistische Hetze betrieben wird, wie es teils schon geschehen ist“, appellierte der Bruder an die Bevölkerung.