Weniger Fernsehen, mehr Internet: YouTube ist für junge Leute oft wichtiger als das im Volksmund genannte „Narrenkastl“. TV-Macher müssen nun umdenken. Sind die Zwangsgebühren heute überhaupt noch gerechtfertigt?

Die Rundfunkgebühren werden schon seit Jahren von Kritikern zurecht als „Zwangsgebühren“ bezeichnet.

Öffentlich-Rechtliche verschwinden in der Bedeutungslosigkeit

In Österreich ist dafür die GIS Gebühren Info Service GmbH zuständig, in Deutschland seit Jänner 2013 der ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice, von 1976 bis 2012 auch Gebühreneinzugszentrale (GEZ) genannt. Die GIS ist zumindest nicht ganz so unverblümt in ihrer Vorgehensweise wie der deutsche Ableger, dafür sorgen immerhin gesetzliche Bestimmungen. Beide Institutionen treiben jedoch das Geld für die öffentlich-rechtlichen Fernseh- und Radiosendungen ein. Das Angebot, das sie bieten, verschwindet trotzdem immer mehr in der Bedeutungslosigkeit.

Fernsehprogramm als Propaganda enttarnt

Die „Zeit im Bild“ und die „Tagesschau“ werden hauptsächlich noch von der Generation 50+ konsumiert, bei den 40-Jährigen und Älteren schwindet der Anteil aber schon merklich. Die jüngeren Generationen informieren sich hingegen fast nur noch im Internet. Die Informationspalette ist breit gefächert und vor allem junge Leute wollen sich nicht jeden Abend zu einer bestimmten Uhrzeit vor den Fernseher setzen und dort ihre Nachrichten beziehen. Viele unterschiedliche Kanäle bieten hingegen zu jeder Zeit die verschiedensten Informationsangebote. Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten wollen diese Felder mittlerweile ebenfalls abgrasen. Bei den unter-30-Jährigen erzielen Influencer auf Instagram und YouTube hingegen Reichweiten, von denen ORF, ARD und Co. nur träumen können. Der erfolgreichste YouTuber mit 102 Millionen Abonnenten ist der Schwede Pewdiepie. Bei deutschen Jugendlichen ist er mit seinen sozialkritischen Äußerungen sehr beliebt. Die älteren Generationen sehen sich bereits nach Alternativen um, denn das Fernsehprogramm wird zunehmend als Propaganda enttarnt und die mediale Darstellung hat mit der Wirklichkeit des Alltags nur mehr wenig zu tun. Die Bevölkerung will eben nicht mehr fadenscheinige Erklärungen in politisch-korrekter Manier als neutrale „Nachrichten“ vorgesetzt bekommen.

Sind Zwangsgebühren noch gerechtfertigt?

Der deutsche Hobby-YouTuber „Digitaler Chronist“ dient als positives Beispiel, wie man sich über den links-grünen Zeitgeist lustig machen kann. Der bekennende AfD-Wähler lebt in Berlin als IT-Fachmann, trägt stets Hemd und Sakko und betreibt seinen Kanal erst seit März, kann aber immerhin fast 38.000 Abonnenten vorweisen. Er ist mit seinem Auftritt extrem erfolgreich und überholt die YouTube-Formate der öffentlich-rechtlichen Sender deutlich. Ein Vollzeit beschäftigter Mann schafft es also mit seinem Hobby, die öffentlich-rechtlichen Sendeformate in Bezug auf Videoaufrufe weit hinter sich zu lassen. Die Chefs der deutschsprachigen TV-Sender müssen sich darum zurecht die Frage gefallen lassen, wofür die Zwangsgebühren schließlich ausgegeben werden.