Ein Verbund europäischer Wissenschaftsakademien will verstärkt den Kampf gegen die Verbreitung von „Falschinformationen“ aufnehmen. Schon im Oktober suchte das deutsche Bundesamt für Verfassungsschutz Daten-Analysten für Big Data. Orwells Wahrheitsministerium scheint bald keine dystopische Zukunftsvision, sondern harsche Realität zu werden.

Egal ob Klimawandel, „Plandemie“ oder die als Impfung titulierten Gen-Brühen: Rund um all diese Themen ortet die Europäische Föderation der Akademien der Wissenschaften (ALLEA) Handlungsbedarf, um kursierende „Falschinformationen“ vor allem in sozialen Netzwerken einzudämmen. Europaweit koordinierte Bemühungen und eine intensivere und verbesserte Wissenschaftskommunikation werden im Bericht der ALLEA gefordert.

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„Vergiftung durch Falschinformation“

In diesem Diskussionspapier erörtern die Wissenschaftler psychologische, technische und politische Strategien, um „Desinformationen“, z.B. über Impfungen, entgegenzuwirken. „Entlarvung, Empfehlungssysteme, Fakten-Checks, Bewusstseinsbildung, Medienkompetenz sowie Innovationen in der Wissenschaftskommunikation und öffentliches Engagement“, sollen dabei helfen.

„Während Desinformationsstrategien die öffentlichen Diskurse in vielen Bereichen vergiften, ist die Desinformation in der Wissenschaft besonders gefährlich für die demokratische Regierungsführung und die Gesellschaft als Ganzes“, wird in der heutigen Aussendung der Organisation festgestellt. „Wie die aktuelle Pandemie zeigt, stellt das Untergraben des Vertrauens in die Wissenschaft eine grundlegende Bedrohung für politische und individuelle Entscheidungen dar, die auf Beweisen und wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen“, wird dort weiter behauptet.

Wahrheitsministerium gefordert

Der Präsident der ALLEA und gleichzeitiger Vorsitzender des österreichischen Wissenschaftsrats, Antonio Loprieno, spricht gar von einer „Infodemie“. Der Ägyptologe fordert eine institutionalisierte und koordinierte Strategie gegen die Desinformation. Ein „Wachrütteln“ von Forschern, Kommunikatoren und politischen Entscheidungsträgern solle dazu führen, dass diese „so früh wie möglich aktiv“ werden, meint Loprieno. Umgesetzt werden soll das Vorhaben durch die Schaffung „eines Europäischen Zentrums/Netzwerks für Wissenschaftskommunikation und eines Europäischen Verhaltenskodex für Wissenschaftskommunikation“. Ein Wahrheitsministerium für Europa sozusagen.

Datenwissenschaftler gesucht – wofür?

In diesem Lichte ist wohl auch eine Stellenausschreibung des deutschen Verfassungsschutzes zu betrachten. Dieser sucht unter der bemerkenswerten Überschrift „Im Verborgenen Gutes tun“ nach Daten-Wissenschaftlern, um riesige Datenmengen aufbereiten und auswerten zu können (Big-Data-Technologie). Diese Spezialisten sollen auch Fähigkeiten in den Bereichen Statistik, Maschinenlernen und Netzwerktechnik besitzen.

Wer hat was mit wem?

Nachfolgendes Video des Chaos Computer Club gibt einen kleinen Einblick, was man allein aus den Daten der Spiegel-Online-Redakteure herausarbeiten kann, die jedem zugänglich sind – z.B. wer mit wem Urlaub macht und noch Vieles mehr…! Ein Augenöffner und beängstigend, wenn man an die Möglichkeiten eines europaweiten Wahrheitsministeriums denkt, das Zugang zu umfangreicheren und persönlichsten Daten haben würde.

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