Wie erst kürzlich bekannt wurde, errichteten mehrere Tschetschenen in Österreich eine Schariapolizei. Sie war über Monate, wenn nicht länger, in Wien und Linz aktiv. Sie soll vor allem Frauen tyrannisiert und bedroht haben, sofern sich diese nicht entsprechend der islamischen Wertvorstellungen verhielten.

Jetzt wurden sechs Tschetschenen im Alter von 19 bis 37 Jahren festgenommen. Sie sollen den Kern der hierarchisch organisierten Bande sein. Unter ihnen befand sich auch eine Frau.

Fotos der „Sünderinnen“ in Moscheen ausgehängt

Seit mindestens Anfang des Jahres sollen islamistische Tschetschenen Frauen, deren Lebensgefährten und Familien bedroht haben. Die ebenso aus Tschetschenien stammenden Frauen waren aus Sicht der Scharia-Polizei zu westlich in ihrer Lebensweise.
Die selbsternannten Sittenwächter bedrohten, verletzten und belehrten die Frauen und deren Umfeld, um sie zu einer islamischen Lebensweise zu zwingen.

Waren die Frauen nicht ausreichend bedeckt oder hatten gar nicht-tschetschenische Partner, so sah sich die Scharia-Polizei in der Pflicht. Änderten die „Sünderinnen“ ihren Lebensstil nicht, so wurden in Moscheen Fotos von ihnen zur Denunziation ausgehängt und die Drohungen und Angriffe gegen sie fortgesetzt.

Die älteren Mitglieder der Bande sollen die jüngeren Tschetschenen zu den „Maßregelungen“ angeleitet haben. Der Wiener Polizei sind bisher zehn Fälle bekannt, in denen Frauen Opfer der Sittenwächter wurden.

Polizei vermutet größeres Netzwerk

Die Polizei fand im Zuge eines simultanen Zugriffs an den Wohnadressen der Sittenwächter am 17. Juni mehrere Gas- und Schreckschusswaffen, Messer, Quarzhandschuhe, Mobiltelefone und stellte 5000 Euro Bargeld sicher. Die mutmaßlichen Täter wurden festgenommen.

Sie wurden wegen zahlreicher strafrechtlicher Delikte angezeigt, insbesondere wegen des Verdachts der mehrfachen Körperverletzung, Nötigung sowie der kriminellen Vereinigung.

Seitens der Behörden wird von weit mehr Fällen ausgegangen, sie ermitteln derzeit nach weiteren Opfern und Tätern.