Der 23-jährige Lagerarbeiter Daniel Itterlein aus Feldkirch in Vorarlberg versteht die neue Pandemiebekämpfungs-Welt nicht mehr. Obwohl er keinen einzigen Corona-Test absolviert hatte, bekam er zwei Mal ein negatives Testergebnis bescheinigt. Was er davon hält, ist nicht druckreif.

Von Kurt Guggenbichler

Im Schulbrüderheim in der Carinagasse 11 in Feldkirch war er am 9. Februar zu einem Corona-Test angemeldet gewesen, stand dort aber bereits am 8. Februar auf der Matte, weil er sich im Tag vertan hatte. Man scannte seinen Barcode ein und sagte ihm daraufhin, dass er am nächsten Tag zum Testen wiederkommen solle. Itterlein versprach dies auch zu tun, ohne freilich zu wissen, dass er sich den Weg würde sparen können.

Irrtum oder System?

„Schon eine Stunde später hatte ich mein Testergebnis am Handy“, wunderte sich Itterlein. Ergebnis: Negativ! „Wie kann das sein?“, fragte er sich, da er keinen Test absolviert hatte. Der sollte doch erst tags darauf stattfinden… Nun ja, Irrtümer können passieren, redete sich Itterlein ein, hegte dann aber doch Zweifel, ob das Ganze wirklich nur ein Versehen war. Sollte dieses Verfahren etwa System haben?

Itterlein würde es bald wissen. Für den 19. Februar war er nämlich erneut zu einem Test angemeldet. Diesmal hatte sich Daniel zwar nicht im Termin geirrt, kam aber – und diesmal absichtlich – wieder einen Tag früher. Mal schauen, was passiert… Wieder wurde sein Barcode eingescannt und wieder wurde er gefragt, ob er seinen Test jetzt gleich oder erst morgen machen wolle.

Morgen, sagte Itterlein. Da der Vorarlberger in Lichtenstein arbeitet und dafür die Landesgrenzen überschreiten muss, benötigt er nämlich jede Woche ein neues negatives Testergebnis. Wenn es so läuft wie beim letzten Mal, sollte dies auch diesmal kein Problem sein. Alles, was Daniel jetzt noch tun müsste, wäre warten. Beim letzten Mal, als er auch nicht getestet worden war, war das Ergebnis schon nach einer Stunde und 15 Minuten da.

Wieder negativ: Sinnloses Verfahren

Beim zweiten Mal ließ es jedoch auf sich warten. „Da ich nach zwei Stunden noch immer keine Mitteilung bekommen hatte, rief ich die Nummer 1450 an und beschwerte mich“, sagt Daniel. „Daraufhin wurde ich mit der zuständigen Stelle verbunden, wo man mich ersuchte, einen kleinen Moment zu warten. Man sagte mir, das werden wir gleich haben.“ Nun war Itterlein gespannt, was man denn gleich haben würde, und tatsächlich dauerte es nicht mehr lang, bis er mitgeteilt bekam: Testergebnis negativ!

Nanu? Schon wieder ein Ergebnis ohne Test? Darauf konnte sich Daniel zunächst keinen Reim machen. „Ich kann mir das nur so erklären, dass das System auf jeden eingescannten Barcode reagiert, und wenn bei der Teststelle nichts weiter aufscheint, wird der Test automatisch als negativ gewertet“, vermutet Itterlein gegenüber dem „Wochenblick“. Daniel hat diese Geschichte auch den „Vorarlberger Nachrichten“ erzählt, die sich dafür aber kaum interessierten und die ganze Sache letztlich auch negierten.