Angst geht in Europa um. Seit März 2020 hat sich die Welt verändert. Das liegt jedoch nicht daran, dass wir täglich über Leichenberge zu Notfallstationen klettern, um unsere Vorräte aufzufüllen. Wir sehen auch keine überfüllten Krankenhäuser, Arztpraxen oder sonstige Anzeichen für eine Veränderung und doch ist sie da. Sobald wir das Haus verlassen sind da Masken, Abstandsmarkierungen – und Menschen die Angst haben. Doch Hygienemaßnahmen die zu Massenpleiten führten sind nicht neu …

Kommentar von Alina Adair

Masken sind überall. Menschen tragen sie in allen Farben und Mustern im Gesicht, sie liegen achtlos weggeworfen auf den Straßen herum und sogar auf Werbeplakaten sehen wir maskierte Gesichter. In Geschäften sind Farbmarkierungen auf dem Boden, die anzeigen, in welche Richtung wir gehen sollen. Wir sollen Abstand halten und werden überall daran erinnert. Vor den Kassen hängen eilig aufgehängte Plexiglasscheiben, hinter denen Verkäufer mit Omas alter Bluse vor der Nase stehen. Desinfektionsmittel hängen an jeder Ecke, meist deutlich sichtbar mit Pfeilen und der Aufforderung diese auch zu nutzen.

Wer die Maske abnimmt, atmet tief durch

Kinder fühlen sich erwachsen, wenn sie Maske tragen und sind stolz, wenn der Maulkorb gut sitzt. Vor den Einkaufsläden beobachtet man Menschen, die sich sobald sie das Geschäft verlassen, die Maske vom Gesicht reißen, als wären sie gerade aus der Tiefe aufgetaucht und bräuchten dringend Luft. Jeder, der die Maske absetzt, atmet erst einmal tief durch. Doch dann gibt es auch die anderen, die die Maske nicht absetzen, nicht einmal dort, wo sie politisch nicht zur Pflicht deklariert wurde. Es sind zumeist die Älteren, die ihre Masken aufbehalten. Sie hoffen darauf, dass der Fetzen Stoff ihre Leben verlängert. Sie vertrauen dem Staat, der täglich in den Medien predigen lässt, dass Masken ihre Gesundheit schützen.

Vor allem die Alten haben Angst

Viele der Betagten gehen kaum noch zum Arzt, da sie Angst haben, sich dort anzustecken. Sie glauben den Regierungen, die ihnen erzählen, dass eine Gefahr für Leib und Leben droht. Und sie haben Angst – fürchterliche Angst. Dank der Medien und der Regierung vermuten sie an jeder Ecke Viren der Zombieseuche, die laut den öffentlich-rechtlichen Medien grassiert. Lauscht man dem Mainstream herrscht akute Gefahr, die so groß ist, dass Geschäfte, Hotels, Restaurants, Kinos und vieles mehr kurzerhand für einige Zeit schließen mussten und das wiederholt. Die Regierungen nennen das „Lockdown“, was ein nettes Wort für „Berufsverbot“ ist.

Kontrolle durch Berufsverbote in der DDR

Berufsverbote gab es auch in der DDR. Sie waren ein wichtiges Instrument der SED, um die Ideologien und das Verhalten der Bürger zu kontrollieren und um das Volk in eine gewünschte Richtung zu lenken. § 53 des Strafgesetzbuches der DDR (1) sah zusätzlich zu einer Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe oder auf Bewährung ein Tätigkeitsverbot vor, „wenn der Täter die Straftat unter Ausnutzung oder im Zusammenhang mit einer Berufs- oder anderen Erwerbstätigkeit begangen hat und es im Interesse der Gesellschaft notwendig ist, ihm die Ausübung dieser Tätigkeit zeitweilig oder für dauernd zu untersagen“.

Wichtige Loyalitätsbekundungen

Das DDR-Regime griff nicht häufig auf diese strafrechtliche Möglichkeit zurück, doch wurde stets auf Loyalitätsbekundungen geachtet. Fehlten diese oder traten gar andere „Verfehlungen“ auf, kam es schnell zur Entlassung, einer Zwangsversetzung, man „sollte sich in der Produktion bewähren“. Zugänge zu bestimmten Einrichtungen wurden verwehrt, ebenso bestimmte Bildungs- und Ausbildungswege. Wer dem System nicht folgte, hatte Mühe seinen Beruf auszuüben.

Verfolgung aller Kritiker

Zigtausende waren in der DDR von Schikanen dieser Art betroffen. Reichten diese nicht aus, wurde der Geheimdienst eingesetzt und die Staatssicherheit kümmerte sich darum, dass man wieder in die sozialistische Spur zurückfand. Ein politischer Witz reichte damals aus, damit diese Methoden zum Einsatz kamen, ebenso wurden solche Maßnahmen gerne gegen Antragsteller auf Ausreise aus der DDR verwendet. Das DDR-Regime verfolgte seine Kritiker hartnäckig.

Schleichende Enteignungen

Die Corona-Lockdowns weisen erschreckende Parallelen zu den ersten Jahrzehnten der DDR auf. Schon 1949 kam niemand einfach so vorbei und erklärte, dass Inhaber eines Betriebs ab sofort enteignet werden. Das hätte einen Aufstand gegeben – auch in der DDR. Enteignungen wurden daher schleichend durchgeführt, um das sozialistische Konzept umzusetzen.

Vorwand: „Hygienevorschriften“

Die Enteignungen begannen unter dem Vorwand angeblich notwendiger „Hygienevorschriften“. Der Staat führte bewusst unüberwindbare Hygienevorschriften ein, die kaum ein privater Betrieb einhalten konnte und wenn doch, wurden die Vorschriften und Regeln einfach weiter verschärft. Die herbeigeführte Unwirtschaftlichkeit zwang viele Gaststätten folglich zur Aufgabe des Unternehmens. Anfang der 60er Jahre begannen dann die Betriebsübernahmen, da viele finanziell am Ende waren. Wer nicht pleite gehen wollte, verkaufte an eine Genossenschaft, die staatlich gelenkt war (2). So war es der DDR-Regierung möglich, die Betriebe nach und nach zu verstaatlichen.

„Vater und ich wurden dann Leiter in zweiter Ebene, irgendwie haben wir unser Ding aber weiter gemacht und uns eingebracht. Im Innersten war es ja noch immer unsere Firma, deshalb haben wir sie nicht blockiert.“ (Rainer Kaps, SIKA-Werke Leipzig) (3)

Damals wie heute

Im Jahr 2020 sind wieder unzählige Geschäftsinhaber damit beschäftigt, ihre Betriebe den neuen Hygienevorschriften anzupassen. Sie versuchen alles, damit der Lockdown sie nicht trifft. Einige Branchen haben Glück und dürfen weiterhin verkaufen, andere nicht. Alle hoffen darauf, dass die Zeit des Lockdowns bald beendet sein wird und das normale Leben zurückkehrt. Doch was ist, wenn auf den zweiten, ein dritter, ein vierter und fünfter oder mehr Lockdowns folgen?

Es ist natürlich nur reine Spekulation, dass die Lockdowns der Regierungen weltweit einen sozialistischen Hintergedanken haben, schließlich hat niemand die Absicht, eine sozialistische Diktatur zu errichten, oder?

(1) Berufsverbote: § 53. Verbot bestimmter Tätigkeiten DDR StGB
http://www.verfassungen.de/ddr/strafgesetzbuch74.htm

(2) Enteignungen in der DDR
https://www.bpb.de/apuz/316454/eine-kurze-geschichte-der-enteignungen

(3)
Als die DDR die letzten Familienbetriebe verstaatlichte
https://www.mdr.de/zeitreise/enteignungen-von-familienbetrieben-100.html