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War es ein schlechter, misslungener Scherz oder schlicht nur dumpfe Provokation? Das fragen sich viele Polit-Beobachter nach einem pikanten Twitter-Beitrag des hochrangigen  SPD-Funktionärs Karl Lauterbach. Am Donnerstag hatte Lauterbach ein Foto vom „traditionellen Neujahrsempfang im KaDeWe“ in dem sozialen Netzwerk veröffentlicht. Beim „KaDeWe“ handelt es sich um das als überdurchschnittlich nobel geltende Berliner „Kaufhaus des Westens“!

Ein Kommentar von Online-Chefredakteur Johannes Schüller

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Wichtiges Lobbyisten-Treffen

„Es wird viel über ‚Golf‘ geredet… Hummer wird serviert“, prahlt Lauterbach in dem Tweet. Zudem habe er auf dem mutmaßlichen Treffen von Gesundheits-Politikern und -Lobbyisten vorgeschlagen, den Hummer „ala (Schreibweise wie im Original) Ribéry mit Goldblattbelag“ zu reichen. Darauf habe man aber „reserviert“ reagiert.

In den sozialen Medien erntet Lauterbach, der als Gesundheitsexperte der Sozialdemokraten gilt, freilich viel Kritik für das umstrittene Posting. „Mit den Lobbyisten frißt es sich am besten“, meint ein Nutzer spöttisch. Ein anderer Nutzer zeigt sich verwundert über Lauterbach: „Als Mensch aus der Pflege bin ich nur irritiert von dieser Parallelwelt.“

Würstchen für einfache Genossen?

Härtere Worte gegenüber der Partei Lauterbachs fallen jedoch auch. „Die Partei des kleinen Mannes bei der Arbeit. Man kennt sich, man schätzt sich…“, witzelt eine Frau auf Twitter. „Naja, ich gönn es ihnen. Noch ein paar % weniger und nach der nächsten Wahl ist Dosenravioli angesagt„, spottet ein Nutzer über den Sinkflug der SPD bei jüngsten Umfragen.

Ob Lauterbach mit seinem Peinlich-Posting nach eigenen Äußerungen über Luxus-Eskapaden des Fußballers Franck Ribéry nur „Selbstironie“ beweisen wollte, sei dahingestellt. Seine eigenen Genossen und Wähler an der Basis, die mitunter wohl noch nie in den Genuss von teurem, oftmals bei lebendigem Leib gekochtem Hummer kamen, müssen das Gehalt Lauterbachs mitfinanzieren! Die hochpreisigen Gourmet-Eskapaden des SPD-Granden dürften sie weniger begeistern.