Schon seit längerer Zeit fordern einige kritische Stimmen – darunter auch einige Experten – eine sauberere Trennung der Zahlen in Menschen, die tatsächlich am Coronavirus starben respektive jenen, bei denen zum Todeszeitpunkt auch eine Infektion festgestellt wurde. Ein besonders verrückter Fall, wie Realität und Präsentation auseinander klaffen, spielte sich jetzt in der Steiermark ab.

Bei der Entscheidung über ihre Maßnahmen spielt die Bundesregierung immer wieder mit den Fallzahlen. So nannte Sebastian Kurz schon früh 6.000 Neuinfektionen als jene Schwelle, bei der ein Teil-Lockdown kommen könnte. Was aber, wenn die Statistik nicht die Wahrheit sagt? Im Bezirk Bruck-Mürzzuschlag starb ein sportlicher Mann (46) an den schweren Kopfverletzungen infolge eines Unfalls – und landete in der Statistik trotzdem als Corona-Toter.

Das Volk munkelt über geschönte Statistiken

Das die Sache herauskam, lag auch an der Aufmerksamkeit der trauernden Ehefrau, die bei der Bekanntgabe der neuen Toten sofort ahnte, dass es sich dabei um ihren Gatten handle. Dabei wusste sie genau, dass dieser seinen Kopfverletzungen erlegen war. In Bruck an der Mur wurde der Vorfall dann der Kleinen Zeitung zufolge plötzlich im Alltag zum regen Gesprächsstoff der 16.000-Seelen-Stadt.

Viele Bürger vermuteten in der Folge etwa, dass einige Stellen ein Interesse haben könnten, die Corona-Zahlen nach oben zu treiben – etwa, um die Angst der Bevölkerung aufrecht zu erhalten. Schon länger gehen die Gerüchte um, dass die Anzahl der Toten infolge des Coronavirus zu hoch gegriffen ist. Häufig erinnert man daran, dass es gerade bei alten Menschen bereits Vorerkrankungen gibt – und die Infektion ihnen den Rest gibt.

Land Steiermark: Statistik-Fehler bei maximal 5 Prozent

Beim Land Steiermark ist man um Beschwichtigung bemüht, ist sich sicher, dass in den meisten statistischen Todesfällen wirklich Corona der aussschlaggebende Faktor ist. Die Anzahl der statistischen Anomalien wie im Fall des 46-jährigen Bruckers beziffern man betont niedrig. „Es gibt Einzelfälle, die sich aber höchstens auf fünf Prozent summieren, aber die Zahlen sind sicher nicht aus der Luft gegriffen“, so die Beteuerung.

Grotesk: Polizei wollte Quarantäne-Bescheid bringen

Einen besonders grotesken Beigeschmack hatte der Umstand, dass beim Toten eine – offenbar zuvor unbemerkte – Corona-Infektion festgestellt hat, auch aus einem anderen Grund. Einige Tage nach seinem Ableben infolge des tragischen Unfalls stand nämlich die Polizei vor der Tür und wollte einen Absonderungsbescheid für den Toten vorbeibringen. Naturgemäß kamen sie damit zu spät…

Dass es zu solchen üblen Pannen kommen kann, liegt mutmaßlich auch daran, dass die Behörden mit der Nachverfolgung und Bearbeitung ihrer Fälle nicht mehr nachkommen. Wie Wochenblick bereits berichtete, gibt es Personen, die ihren Bescheid erst gegen Ende ihrer Quarantäne überhaupt erhielten. Wie viele Österreicher sich von Amts wegen absondern mussten, darüber liegt übrigens weiterhin ein Mantel des Schweigens…