Das komplette Versagen eines Systems ist auch am Hausverstand seiner Bürger zu erkennen. An Maß und Ziel und einer angemessenen Reaktion auf Ereignisse. Wenn ein Geschäftsinhaber die Polizei ruft, weil ein 8jähriger fragt, ob er mit Spielgeld bezahlen kann, hängt der moralische Kompass schon ziemlich schief. Wenn dann aber ein Polizist ohne Einspruch seiner Vorgesetzten die Sache verfolgt, eine Hausdurchsuchung durchührt und das Spielgeld beschlagnahmt, ist das System unrettbar korrumpiert. Denn gegen die wirklichen Feinde von Gesetz und Freiheit sind die Beamten meist sehr kleinlaut und untätig.

Ein Kommentar von Willi Huber

Die Schweizer Polizei ermittelte allen Ernstes gegen einen Achtjährigen, der in einem Geschäft mit Spielgeld bezahlen wollte. Die Scheine stammten von der Sissacher Fasnacht. Es soll sich um gewöhnliches Papier gehandelt haben, auf dem große blaue chinesische Schriftzeichen gedruckt waren. Ende April kamen ein paar gleichaltrige Kinder auf die Idee, damit einkaufen zu gehen. In einer Zeit, wo die Welt noch in Ordnung war, hätte der Verkäufer gelacht und den Kindern vielleicht noch ein paar Süßigkeiten geschenkt.

„Täter“ natürlich nicht strafmündig

Wir aber leben im Jahr 2020, im globalen Irrenhaus. Das Verkaufspersonal sollte sich später rechtfertigen, „nur ihre Pflicht getan“ zu haben. Die Zentrale habe vorgegeben, in so einem Fall die Polizei zu rufen. Dort erreichte man wohl einen Gleichgesinnten, wenn man höchste Maßstäbe von Kleinkariertheit und Amtsschimmel heranzieht. Ein Monat lang nahm er sich dafür Zeit, die Bilder der Überwachungskamera zu sichten. Dann begann er die Eltern zu drangsalieren. Er müsse sich die Söhne vorknöpfen, diese hätten „kein Offizialdelikt, keine Kleinigkeit“ angestellt. Der Beamte fotografierte die Kinder wie Schwerverbrecher. Natürlich ist der 8-jährige „Täter“ nicht einmal strafmündig, was den Polizisten aber nicht sonderlich beeindruckte. Er ließ eine Hausdurchsuchung durchführen, bei der eine Reihe von Spielgeld-Scheinen „zur Verhinderung von Straftaten“ beschlagnahmt wurden.

Kinder- und Humorbefreit

„Keiner von uns hat Kinder“ erklärte die Geschäftsführerin des Dorfladens gegenüber der Presse, den die betroffene Familie nun sicher nicht mehr besuchen wird. Sie gab auch zu, das Spielgeld auf den ersten Blick erkannt zu haben. Aber keine Kinder, kein Einfühlungsvermögen und keinen Humor zu haben ist speziell in linken Kreisen der Gegenwart ein Muss. Das spart ja auch eine Menge CO2. Das Kind hat nun bis ins Jahr 2032 eine Vormerkung in seiner Polizeiakte. Ein System, in dem so etwas möglich ist, ist am Ende. Es ist davon auszugehen, dass derselbe Polizist bei halbstarken Gruppen junger Männer die sich an Hausecken versammeln um Menschen anzupöbeln ganz schnell vorübergeht. Da könnte ja etwas passieren.