zensur facebook islam

Facebook kämpft jetzt für die Online-Sicherheit von Muslimen. Als Auftakt dazu wurde in Großbritannien gemeinsam mit der Gruppe „Faith Associates“ ein Handbuch erstellt. Das sei wichtig, sagte deren CEO, Shaukat Warraich, denn es gebe einen dramatischen Anstieg islamophober Rhetorik und terroristischer Inhalte im Netz.

Ein Beitrag von Kornelia Kirchweger

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Das Handbuch ist Online für alle Muslime verfügbar und wird in Großbritannien auch im Umfeld von Moscheen verteilt.

Tabuwort „islamistischer Terror“

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg wendet sich im Handbuch persönlich an die User: Wenn sie ein Muslim in unserer Gemeinschaft sind, heiße ich Sie, als Facebook-Gründer, hier immer willkommen. Wir werden für Ihre Rechte kämpfen und hier ein für Sie friedliches und sicheres Umfeld gestalten“.

Weder Zuckerberg, noch Warraich noch der Inhalt des Handbuches erwähnen auch nur einmal den Begriff „islamistischer Terror“, oder dass es auch „linksextreme Gewalt“ gebe.

Die einzige Gefahr sei der Hass gegen Muslime, Rechtsextremismus oder Inhalte von „Terrororganisationen“.

Wahre islamische Botschaften?

Als Beispiele für Hasspostings werden angeführt: „alle Muslime sind Terroristen“, “alle Muslime sind schlecht und man muss etwas gegen sie tun“, „wenn Nicht-Muslime den Islam angreifen, attackiert sie“; „es gibt zu viele Moscheen hier, ich werde jede einzelne davon angreifen“.

Zudem wird empfohlen, bedenkliche Inhalte umgehend zu melden – und zugleich „Postings mit wahren islamischen Botschaften von Friede, Barmherzigkeit und Toleranz zu platzieren oder zu teilen“.

Facebook-Zensur weltweit

Simon Milner, Großbritannien-Chef von Facebook, sagte man bekämpfe solche Inhalte sehr erfolgreich an vielen Fronten: mit künstlicher Intelligenz (Suchmaschinen), Anti-Terrorismus-Experten und mit Teams in der ganzen Welt, die Facebook-Inhalte checken.

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Deutlichere Worte der globalen Facebook-Koordinatorin Monika Bickert, globale Koordinatorin von Facebook, wird da schon deutlicher. Sie spricht in einem Blog konkret die islamistischen Terrororganisationen ISIS und Al Qaeda an. Deren Inhalte werden heute sehr rasch mit „künstlicher Intelligenz“ im Netz aufgespürt und meist schon entfernt, bevor sie gemeldet werden. Üblicherweise innerhalb einer Stunde nach Upload berichtet sie.

Pakistan: Todesstrafe für Gotteslästerung auf Facebook

Auch in Pakistan, wo es 33 Millionen User gibt, ist Facebook gefordert: der dortige Innenminister, Nisar Ali Khan, verlangt, gotteslästerliche Inhalte von Facebook zu löschen oder zu blockieren. Denn „nichts ist uns heiliger als unsere Religion und unsere heiligen Persönlichkeiten“, sagte er.

In Pakistan wurde heuer ein Mann wegen Beleidigung des Propheten Mohammed – in einer Diskussion auf Facebook – zum Tod verurteilt. Menschenrechtsgruppen befürchten, dies könne künftig auch als Vorwand dienen, unliebsame Personen loszuwerden.