Luchs-Foto ging um die Welt
Fotos: Marc Graf und Christine Sonvilla

Mit einer geschickten Fotofalle gelang es dem Naturreportage-Duo Christine Sonvilla und Marc Graf im Nationalpark Kalkalpen  erstmals, einen von fünf dort lebenden Luchsen auf einem hochauflösenden Bild festzuhalten.

Als Fotografen und studierte Biologen machen sich die beiden mit ihrer Arbeit für den Natur- und Artenschutz stark. „Wochenblick“ hat mit der „Luchs-Lady“ gesprochen und sie zu ihrer Arbeit und zukünftigen Projekten befragt:

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Wochenblick: Wie lange sind Sie schon in der Naturfotografie tätig und wie sind Sie dazu gekommen?

Christine Sonvilla: Nach unserem abgeschlossenen Biologiestudium 2009 haben sich mein Partner Marc Graf und ich – wir sind beruflich und privat ein Duo – dazu entschlossen, uns im Bereich der Natur-Reportagefotografie selbstständig zu machen. Zunächst war die Aufgabenverteilung recht klar, ich war die Autorin, Marc – der sich schon während des Studiums intensiv mit der Naturfotografie beschäftigte – der Fotograf. Bald aber verschwammen die Grenzen immer mehr und seit mehreren Jahren arbeiten wir beide als Fotografen, Filmer und Autoren und richten unseren Blick auf die Natur und interessante wissenschaftliche Erkenntnisse. Daraus entstehen Magazinartikel, Filmprodukte und live-gesprochene Vorträge. Zudem gibt es einfach viel zu viele Ideen, die darauf warten, von uns umgesetzt zu werden. So haben wir uns bisher unter Anderem auf die Suche nach den letzten wilden Rentieren Skandinaviens begeben, die wieder angesiedelten Oryx-Antilopen im Oman näher unter die Lupe genommen und arbeiten an einem fortlaufenden Projekt über unsere große Leidenschaft, die faszinierende Lebenswelt der Florida Everglades.

Was war Ihre Motivation, das Naturschutzprojekt „Leben am Limit“ zu starten?

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Wir haben unseren Beruf aus gutem Grund gewählt, weil Natur für uns etwas Wertvolles ist, das allerdings viel zu oft vernachlässigt oder wirtschaftlichen Interessen untergeordnet wird. Wir finden, das muss sich ändern, Schritt für Schritt. Mit „Leben am Limit“ wollen wir aufzeigen, wo die Natur und insbesondere die Wildtiere in unserem Land an ihre Grenzen stoßen. Gleichzeitig sind wir aber auch auf der Suche nach sinnvollen Lösungsvorschlägen, wie diese Grenzen aufgeweicht werden können, wie ein Miteinander von Mensch und Natur – speziell dort, wo Konflikte quasi vorprogrammiert sind, wie bei großen Raubtieren – möglich ist. Die Webseite von „Leben am Limit“ soll sukzessive zu einer Plattform anwachsen, auf der Menschen zu Wort kommen, fundierte Informationen über die Natur vor unserer Haustüre sowie spannende Bilder und Filme abrufbar sind. Mit dem Ziel der Natur wieder einen aktiven, größeren Stellenwert in unserem Leben zu geben.

Was sind Ihre Pläne für die Zukunft?

Momentan sind wir mit „Leben am Limit“ sehr ausgelastet, auch im kommenden Jahr werden wir uns noch intensiv unserem momentanen Kern-Thema „Braunbären in Mitteleuropa“ widmen. Was uns besonders motiviert: Vergangenen Oktober wurden wir für unsere Arbeit am laufenden Bärenprojekt mit dem internationalen Beca MontPhoto WWF Förderpreis ausgezeichnet.

Parallel haben wir aber natürlich auch die heimischen Luchse im Auge und kooperieren dafür mit dem Nationalpark Kalkalpen und dem Nationalpark Gesäuse. Wer weiß, vielleicht lässt sich Skadi wieder blicken. Wir halten Euch via www.lebenamlimit.at auf dem laufenden!

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