Handelt es sich um mangelnde Kompetenz oder bewusste Irreführung? Diese Frage wird im Umgang mit der angeblichen Corona-Pandemie immer öfter gestellt. Ausschlaggebend dafür ist die immer lauter werdende Kritik an dem zentralen Element des Corona-Geschehens: dem PCR-Test. Der ehemalige Wissenschaftsvorstand von Pfizer fordert sogar einen sofortigen Stopp der PCR-Testungen. 

Gastbeitrag von Siri Sanning

Dr. Mike Yeadon, ehemaliger hochrangiger Mitarbeiter des US Pharmariesen Pfizer, findet abermals deutliche Worte. Nachdem er unter anderem in einem im September geführten Interview die Problematik im Zusammenhang mit PCR-Tests erläutert hatte (Wochenblick berichtete), nahm er nun erneut ausführlich Stellung zu diesem Thema.

Herdenimmunität in Großbritannien bereits erreicht

In der 27. Sitzung der von deutschen Rechtsanwälten ins Leben gerufenen Stiftung Corona Ausschuss legt Yeadon gemeinsam mit Dr. Claire Craig, Pathologin und Expertin für diagnostisches Testen, ausführlich dar, dass einerseits in Grossbritannien die Herdenimmunität in Bezug auf das neue Coronavirus bereits erreicht und eine Impfung deswegen nicht erforderlich ist.

Fehleranfällige PCR-Tests

Andererseits geht er explizit auf die zahlreichen Fehler, die im Umgang mit PCR-Tests auftreten können, ein und stellt deren zur Qualitätssicherung notwendige, sehr sorgfältige Handhabung in entsprechend qualifizierten Fachlaboren der gegenwärtigen Situation gegenüber: Massentestungen in Einkaufszentren, Flughäfen und ähnlichen Einrichtungen, unzureichend ausgerüstet und durchgeführt von mangelhaft geschultem Personal ohne jegliche Laborerfahrung.

Bis zu 100% falsch positive Ergebnisse

Seine Conclusio ist eindeutig: Nicht nur sagt die alleinige Verwendung eines PCR-Tests nichts über das Vorhandensein einer Infektion aus, noch ist der aktuelle Umgang mit PCR-Tests geeignet, korrekte Ergebnisse hervorzubringen.
Dr. Yeadon geht davon aus, dass die positiven Testergebnisse nahezu zur Gänze falsch sind.

„Das ist Betrug. Dagegen muss geklagt werden.“

Ebenso drastisch äußerte sich der seit langem als scharfer Kritiker der  Massnahmen bekannte Facharzt für Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie Dr. Sucharit Bhakdi. In einem Gespräch mit dem Schweizer Amtsarzt Dr. Rainer Schregel, der infolge seiner Kritik an den behördlichen Anordnungen vom Kanton St. Gallen rechtswidrig entlassen und inzwischen wieder eingestellt wurde, findet er deutliche Worte.

Dubioses Merkblatt in der Schweiz

Angesprochen auf die auf dem „Merkblatt zur aktuellen COVID-19 Testung in der Schweiz“ (Bundesamt für Gesundheit und Swissmedic) getätigte Behauptung: „Mit dieser sehr empfindlichen Methode wird in Patientenproben spezifisch die Nukleinsäure eines Erregers nachgewiesen, was eine Infektion mit dem Erreger belegt,“ erwidert Bhakdi: „Das stimmt nicht. Auf gar keinen Fall. Das ist eine Lüge,“ und empfiehlt, juristische Schritte einzuleiten, da alle Maßnahmen auf einer Falschaussage beruhen würden.

Brisant: Der Text des Merkblattes war kurz zuvor verändert worden. In der früheren Version war zu lesen, dass der Nachweis der Nukleinsäure keinen Rückschluss auf das Vorhandensein eines infektiösen Erregers zulässt. Dieser könne nur mittels eines Virusnachweises und einer Vermehrung in der Zellkultur erfolgen. (Wochenblick berichtete.)

Keine Zulassung für Testung gesunder Personen

Prof. DDr. Martin Haditsch aus Österreich, Leiter eines medizinischen Labors in Hannover, Gründer der Plattform Respekt sowie Teil des Sprecherkreises des Ausserparlamentarischen Corona Untersuchungsausschusses ACU, stellt im Interview mit Punkt.Preradovic vom September 2020 fest:

„Wir haben mit der PCR in der Infektionsheilkunde das wahrscheinlich beste Labortool, das derzeit zur Verfügung steht. Aber das sagt noch immer nicht, dass ich diese Daten eins zu eins übernehmen kann, sondern es bedarf einer Interpretation. … Es eignet sich diese Methode nicht unbedingt für den frischen Infektionsnachweis.

Rückbesinnung auf medizinische Grundprinzipien?

Haditsch setzt sich für eine Rückbesinnung auf die Grundprinzipien der medizinischen Diagnostik und Behandlung ein. Dies bedeute einerseits, Erkrankte in den verschiedensten Richtungen zu diagnostizieren, andererseits Risikogruppen bestmöglich zu schützen.

Zudem gibt er zu bedenken, dass von allen verfügbaren Tests kein einziger für Testungen an gesunden Personen zugelassen sei und dass meist auch nicht bekannt sei, welche SARS-CoV-2 spezifischen Erbgutsequenzen sie eigentlich nachweisen.

Zertifiziert nur für Forschung

Auch in den Niederlanden geht man gegen den ungerechtfertigten Einsatz von PCR-Tests vor. Der Unternehmer Jeroen Pols schildert im Gespräch mit Dr. Reiner Fuellmich von der Stiftung Corona Ausschuss anschaulich die harten Auseinandersetzungen vor Gericht (Sitzung 26, ab Minute 3:13:50).

Im Zentrum der Beweisführung stehen siebenundzwanzig Benutzeranleitungen unterschiedlicher Testhersteller, die allesamt die selbe Beschreibung ausweisen: Research Use Only (RUO), not for diagnostic purposes. Nur für Forschungszwecke, nicht für diagnostische Zwecke.

Darf man einen Test für ein Ziel einsetzen, von dem der Produzent sagt, dass er dafür nicht geeignet ist? Dieser grundsätzlichen Frage werden sich die Gerichte stellen müssen, betont Pols.

Labore im juristischen Fokus

Dass derartige Details künftig verstärkt in den Fokus der Aufmerksamkeit rücken werden und müssen, dessen sind sich zahlreiche Experten sicher.

Der Wiener Rechtsanwalt Dr. Roman Schiessler, der auf seiner Homepage umfassende Informationen rund um Corona zur Verfügung stellt und Teil des neu gegründeten Netzwerks Rechtsanwälte für Grundrechte, dem österreichischen Pendant zu den deutschen Anwälten für Aufklärung und Klagepaten ist, lädt ein, sich mit dem Kleingedruckten beim PCR-Test näher auseinanderzusetzen.

Haftungsausschluss der Testhersteller

In seiner Analyse kommt er unter anderem zu dem Schluss, dass die auf PCR-Test Beipacktexten zu findende Formulierung „Ergebnisse sollten mit anderen Labordaten und klinischen Parametern im Kontext interpretiert werden“, einen Haftungsausschluss bei unsachgemässer Anwendung darstellt.

„Dies bedeutet im Klartext, dass für die Massenscreenings, wie sie derzeit stattfinden, primär unter gesunden, asymptomatischen Menschen, somit unter Menschen ohne einer sogenannten ‚Klinik‘ jede Haftung ausgeschlossen wird“, konstatiert Schiessler.

Recht auf korrekte Test-Durchführung

In die gleiche Kerbe schlagen die Rechtsanwälte Dr. Antonia Fischer und Dr. Justus P. Hoffmann, beide im Corona Ausschuss (Sitzung 27, ab Min 3:22.25) engagiert und spezialisiert auf Medizinrecht und Verbraucherschutz.

Es könne ein subjektives Recht des Getesteten abgeleitet werden, dass der Test korrekt durchgeführt wird. Als derjenige, der getestet worden ist, der in Quarantäne gesteckt wurde, dessen Geschäft geschlossen wurde, habe man Anspruch darauf, dass der Test richtig gemacht wurde, erläutert Hoffmann.

Vorwurf der Körperverletzung

Darüber hinaus gelte es, die Frage zu stellen, weswegen seitens der Labore nicht auch non-invasive Tests angeboten würden. Diese seien nicht nur einfacher, sondern auch genauer als die PCR-Tests und müssten im Falle einer freiwilligen Einwilligung in die Testung im Rahmen einer vollumfänglichen Risikoaufklärung alternativ angeboten werden.

Ansonsten, im Falle einer nicht erfolgten korrekten Aufklärung, wäre nicht nur die Einwilligung zum Test unwirksam, es wäre auch jeder einzelne PCR-Test eine nicht gerechtfertigte Körperverletzung, so Hoffmann. Dies sei nicht zuletzt auch im Zusammenhang mit Haftungsfragen relevant.

Aufarbeitung beginnt Fahrt aufzunehmen

Es ist wohl davon auszugehen, dass das letzte Wort in Sachen „Corona-Skandal“ (O-Ton Dr. Reiner Fuellmich) noch lange nicht gesprochen wurde. Sondern dass – im Gegenteil – die Aufarbeitung der Geschehnisse gerade erst beginnt, Fahrt aufzunehmen.


Dr. Mike Yeadon, Experte für Biochemie, Toxikologie und respiratorische Pharmakologie, war viele Jahre Vizepräsident und leitender Direktor der Abteilung Forschung und Entwicklung  des US-Pharmaunternehmens Pfizer in Sandwich, Grossbritannien, bevor er 2011 sein eigenes Biotech-Unternehmen Ziarco gründete.

Seit Beginn der Pandemie gehört er zu den engagiertesten Kritikern der Coronapolitik in Grossbritannien. In den englischsprachigen Medien findet sich neben zahlreichen Artikeln und Interviews auch ein Talk-Radio Beitrag.

Die Stiftung Corona Ausschuss wurde im Sommer 2020 gegründet und hat sich der unabhängigen, transparenten und evidenzbasierten Analyse des Gesamtgeschehens im Zusammenhang mit der Coronapandemie verpflichtet. Dies inkludiert auch eine Bilanz oder Zwischenbilanz der Schäden, welche dem Virus oder den verordneten Masssnahmen zuzuordnen sind. Alle Sitzungen werden von erfahrenen Anwälten und Anwältinnen geleitet. Sie sind ebenso wie relevante Dokumente auf der Homepage der Stiftung abrufbar. Sitzungen, die auf Englisch geführt wurden, enthalten stets auch deutschsprachige Zusammenfassungen.

DDr. Martin Haditsch ist Facharzt für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie sowie Facharzt für Infektiologie und Tropenmedizin. Er ist ärztlicher Leiter des Travel Med Centers in Leonding und Leiter eines medizinischen Labors in Hannover.