Die „Flüchtlings“-NGO „Sea-Watch“ lässt mit einer neuen Forderung aufhorchen. Die EU-Kommission solle stillgelegte Luxus-Kreuzfahrtschiffe schicken, um Migranten aus Griechenland abzuholen.

Auf ihrer Homepage schreibt die NGO: „Um der Ausbreitung von COVID-19 und seinen katastrophalen Auswirkungen rechtzeitig entgegenzutreten, müssen alle Menschen auf den griechischen Inseln umgehend medizinische Unterstützung erfahren und überfüllte Flüchtlingslager sofort evakuiert werden. Die in europäischen Häfen ohnehin festliegenden Kreuzfahrtschiffe bieten dafür beste Voraussetzungen“.

Besonders Deutschland sei in der Pflicht

Die führenden Anbieter von Kreuzfahrten hätten aufgrund der Corona-Pandemie ihre Fahrten ohnehin bereits bis in den April hinein eingestellt. Die Mehrzahl dieser Kreuzfahrtschiffe biete ausreichend Platz für mehrere tausend Menschen und verfüge über vergleichsweise gut ausgestattete Krankenstationen, erklärt „Sea-Watch“ weiter.

Besonders die deutsche Bundesregierung sei hier ebenfalls in der Pflicht: „Über 140 deutsche Städte und Kommunen haben sich aufnahmebereit erklärt, 40.000 freie Plätze stehen allein in den deutschen Bundesländern zur Verfügung. Mit laufenden Krediten von über 8 Milliarden Euro ist der deutsche Staat einer der führenden Finanzier von Kreuzfahrtschiffen auf der einen Seite, und hat sich andererseits während der Finanzkrise an vorderster Front an der Verwüstung des griechischen Gesundheitssystems beteiligt. Wer jetzt nicht für die Evakuierung der Menschen sorgt, macht sich mitschuldig am potenziellen Tod Hunderter”, so „Sea-Watch“-Vorsitzender Johannes Bayer.