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Dieses Exklusiv-Foto, das nahe der kroatischen Grenze entstanden ist, hat das kroatische Online-Magazin Maxportal.hr jetzt veröffentlicht.

In deutschsprachigen Medien ist davon nichts zu lesen, doch kroatische Journalisten sprechen Klartext: Jetzt sind ein alarmierendes Foto sowie Berichte aufgetaucht, die einen „Wochenblick“-Artikel zu bestätigen scheinen. Der slowenische Staatssekretär des Inneren Boštjan Šefic warnte, dass bis zu 50.000 Migranten über die Balkanroute kommen würden.

Jetzt legte das landesweit bekannte kroatische Online-Magazin „Maxportal“ eine Fotografie vor, die am Samstag in Kroatien entstanden sein soll (siehe Beitragsbild). Dazu veröffentlichte die Zeitung Berichte von mutmaßlichen Augenzeugen.

„Sie brachen in eine Hütte ein“

Demnach durchquerte vor wenigen Tagen eine größere Gruppe von illegalen Einwanderern zwischen 13 und 14 Uhr die Gegend bei Budačka Rijeka in der Nähe von Karlovac (Deutsch: Karlstadt). Sie sollen aus der Richtung der im äußersten Norden von Bosnien-Herzegowina liegenden Stadt Velika Kladuša gekommen sein und sich auf dem Weg Richtung Slowenien befinden.

„Die Migranten gingen in der Kolonne nach Kroatien und benahmen sich wie Pfadfinder und Touristen. Die Besitzer der Hütte erzählten uns, dass sie Probleme im direkten Kontakt hatten, und sie brachen in eine Hütte ein und blieben dort„, berichtet „Maxportal“. Brisant: Es handele sich längst um keinen Einzelfall mehr.

Zahl der Migranten nimmt wieder zu

Denn in Velika Kladuša seien Migranten inzwischen keine Seltenheit mehr. Sie würden unter anderem in den Straßen und Parks erscheinen und von Bosnien-Herzegowina aus versuchen, illegal in Kroatien und weiter in den Westen zu gelangen. Das Ziel sei oftmals Deutschland. In diesem Fall würden sie zumeist den Weg über Österreich suchen.

Das renommierte, von Osteuropa-Experten betriebene Online-Portal „Visegrád Post“ hat die brisanten Hintergründe zu den kroatischen Berichten recherchiert. Demnach hätten sich auch nach der Schließung der Westbalkanroute durch Sebastian Kurz zwischen 50.000 und 80.000 Migranten weiterhin in den Transitländern – vor allem in Serbien – befunden. Deren Zahl sei in den vergangenen Monaten durch eine erneut angestiegene Zuwanderung über die Türkei spürbar angestiegen.

Transitland Bosnien-Herzegowina

Da Ungarns Präsident Viktor Orbán die ungarische Grenze für illegale Asylwerber geschlossen hat, würden diese nun unter anderem auf die kroatischen Grenze ausweichen. Ein wesentliches Transitland sei dabei Bosnien-Herzegowina.

Kroatische Grenze „kaum überwacht“

Die Grenze zwischen Kroatien und Bosnien wird kaum überwacht – besonders auf den kleineren Wegen – und es werden immer mehr Migranten in Kroatien gesichtet, so in der Gespanschaft Karlovac – insbesondere in Budačka Rijeka an diesem Wochenende –, unweit von Slowenien. Es wurden auch einige Häuser besetzt, wie die Einwohner der Gegend meldeten“, bestätigen die Experten die Beobachtungen kroatischer Journalisten.

„Tausende oder zehntausende Migranten“

Die Analytiker der „Visegrád Post“ gehen davon aus, dass sich die Zahl der Migranten auf der bisher noch weitestgehend unbekannten Route drastisch erhöhen könnte: Es sei aufgrund der zukünftig besseren Wetterbedingungen „nicht auszuschließen, dass Bosnien zu einer Transitgegend für ein paar tausend oder zehntausend Migranten in den kommenden Monaten werden könnte.“ Dies werde durch die nach wie vor offenen EU-Außengrenzen – insbesondere in Griechenland – deutlich begünstigt.